Kommentar: Politische Spannungen belasten Börsen kaum
Trotz geopolitischer Konflikte, institutioneller Spannungen in den USA und wirtschaftlicher Schwächen Europas reagieren die Finanzmärkte bislang gelassen. Nach Einschätzung von Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Frankfurter Baader Bank AG, bewerten Investoren politische Entwicklungen vor allem nach ihren ökonomischen Folgen – nicht nach moralischen Maßstäben.
Die Börsen ließen sich weder von außenpolitischen Vorstößen der US-Regierung etwa in Venezuela, im Iran oder mit Blick auf Grönland noch von Angriffen auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank nachhaltig verunsichern, meint Halver in einer aktuellen Markteinschätzung für die Informationsplattform CapInside. Anleger kalkulierten vielmehr, dass eine geopolitische Entspannung in rohstoffreichen Regionen langfristig das Angebot an Öl und Metallen erhöhen, Preise dämpfen und das globale Wachstum stützen könnte.
Auch eine mögliche stärkere politische Einflussnahme auf die Geldpolitik werde an den Märkten nüchtern abgewogen. Während Risiken wie höhere Inflation den Goldpreis stützen könnten, würden Zinssenkungen und eine Stabilisierung des Finanzsystems die Attraktivität von Aktien erhöhen.
Die wirtschaftliche und geopolitische Schwäche Europas habe bislang ebenfalls nur begrenzte Auswirkungen auf die Aktienmärkte. Viele international tätige Unternehmen seien weniger vom Heimatstandort abhängig und profitierten von einer erwarteten globalen Konjunkturerholung. Neben US-Technologiewerten rückten daher auch europäische Zykliker und Schwellenländer zunehmend in den Fokus der Anleger. (DFPA/abg)
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