Kurswechsel bei Heizung und Solar – Regierung setzt auf mehr Marktintegration
Mit einem neuen Eckpunktepapier zur Reform des Gebäudeenergiegesetzes und einem bekannt gewordenen Entwurf zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) leitet die Bundesregierung eine energiepolitische Kurskorrektur im Gebäudesektor ein. Statt detaillierter Vorgaben soll künftig stärker auf Marktmechanismen und Technologieoffenheit gesetzt werden, meint Dr. Thomas Herr in seiner Kolumne beim Immobilieninformationsportal Konii.
Herr bewertet die geplante Reform des Gebäudeenergiegesetzes und die mögliche EEG-Änderung als energiepolitische Kurskorrektur hin zu mehr Marktintegration. Er hält den Verzicht auf starre Austauschpflichten und mehr Technologieoffenheit grundsätzlich für sinnvoll, warnt jedoch vor Selbsttäuschung bei der Verfügbarkeit und Bezahlbarkeit „grüner“ Brennstoffe sowie vor Investitions- und Preisrisiken insbesondere im Mietmarkt.
Zugleich betont Herr, dass Marktintegration – etwa bei kleiner Dach-Photovoltaik – ein reiferer Schritt der Energiewende sein könne, sofern Versorgungssicherheit, Netzausbau und Systemresilienz mitgedacht werden. Entscheidend sei nun die europarechtlich saubere Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie bis Mai 2026 sowie klare Rahmenbedingungen zu CO₂-Preispfad, Netzplanung, Mieterschutz und Transparenz, damit Wahlfreiheit nicht zu neuer Unsicherheit führt. (DFPA/abg)