Private Märkte: USA hinken bei Altersvorsorge-Investitionen hinterher
Während Pensionsfonds in Großbritannien und Australien zunehmend in nicht-börsennotierte Anlagen wie Private Equity, Infrastruktur und Privatkredite investieren, bleibt der US-Markt für beitragsorientierte, vom Arbeitgeber mitfinanzierte Modelle der privaten Altersvorsorge (401(k)-Pläne) deutlich zurück.
Experten verweisen auf rechtliche Unsicherheiten, hohe Gebühren und geringe Liquidität als Bremsfaktoren – trotz eines wachsenden Interesses von Politik und Aufsichtsbehörden, diese Anlageklasse stärker zu öffnen. „Der US-Markt für beitragsorientierte Altersvorsorge umfasst Billionen von Dollar. Das ist ein riesiger, weitgehend unerschlossener Kapitalpool für Anbieter privater Marktanlagen“, sagte Yaqub Ahmed, Global Head of Workplace, Retirement and Wealth bei Franklin Templeton. Da traditionelle Pensionskassen zunehmend gesättigt seien, böten 401(k)-Pläne eine neue Wachstumsgrenze, so Ahmed weiter.
In Australien hingegen gehören alternative Anlagen seit Jahrzehnten zum Standard. Im sogenannten MySuper-Standardportfolio lag der Anteil privater Märkte laut dem Branchenverband ASFA Ende 2024 bei durchschnittlich 24 Prozent. Große Fonds wie AustralianSuper oder der Australian Retirement Trust melden stabile jährliche Renditen zwischen acht und zehn Prozent – auch dank Investitionen in Infrastruktur, Private Equity und Immobilien.
Großbritannien setzt ebenfalls auf private Märkte. Mit der Einführung der sogenannten LTAFs („Long-Term Asset Funds“) hat die Regierung einen rechtlichen Rahmen geschaffen, um illiquide Anlagen in DC-Plänen zu erleichtern. Asset Manager wie Schroders, Fidelity oder Aegon UK integrieren LTAFs bereits in ihre Standardportfolios. „Wenn man 10 Prozent Rendite durch Infrastruktur-Investments erzielen kann und den nötigen Zeithorizont hat, warum sollte man es nicht tun?“, sagt Jo Sharples, CIO für DC-Lösungen beim Berater Aon.
Trotz des hohen Potenzials bleibt der US-Markt zögerlich. Zwar prüft die Börsenaufsicht SEC die Chancen und Risiken privater Märkte für die Altersvorsorge, und ein präsidialer Erlass könnte bald den Weg für mehr Investments freimachen. Doch strukturelle Unterschiede, wie die stärkere Bedeutung von Liquidität in US-Plänen, verhindern bislang eine breite Integration. (DFPA/abg)
Den vollständigen Beitrag finden Sie hier.