Religiöse Investoren bündeln Kräfte für werteorientierte Geldanlage
Religiöse Investoren aus mehreren Weltregionen wollen ihre Kapitalanlagen künftig stärker an gemeinsamen ethischen Grundsätzen ausrichten und ihre Marktmacht bündeln. Das berichtet das britische Informationsportal Pioneers Post.
Bei einem erstmals veranstalteten Forum in Paris kamen nach Angaben der Organisatoren 33 institutionelle Investoren und Netzwerke aus Christentum, Islam, Judentum und Hinduismus zusammen. Ziel sei es, Investitionsentscheidungen konsequenter an religiösen Werten auszurichten und zugleich größere Wirkung für gesellschaftliche und ökologische Ziele zu erzielen.
Die beteiligten Organisationen verwalten zusammen Vermögen von mindestens 200 Milliarden US-Dollar. Insgesamt verfüge religiös geprägtes Kapital weltweit über ein Volumen in Billionenhöhe und könne damit erheblichen Einfluss auf Märkte ausüben, hieß es.
Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Ausbau sogenannter „faith-consistent investing“-Ansätze, bei denen neben Renditeaspekten auch ethische Kriterien systematisch berücksichtigt werden. Teilnehmer betonten, dass bislang häufig vor allem Ausschlusskriterien im Fokus stünden, während gezielte Investitionen mit positiver Wirkung noch ausbaufähig seien.
Geplant ist nun der Aufbau eines interreligiösen Investorennetzwerks sowie eines Kompetenzzentrums, das Best Practices bündeln und den Austausch fördern soll. Zudem wurde ein stärker koordinierter Einsatz von Kapital zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel oder sozialer Ungleichheit gefordert.
Die Initiatoren sehen in der Zusammenarbeit einen wichtigen Schritt hin zu einer Allianz, die durch gebündelte Investitionen strukturelle Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft anstoßen könnte. (DFPA/abg)
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