Unternehmensgründung als Ausweg: Initiative unterstützt Geflüchtete in Großbritannien
Angesichts verschärfter Asylregeln in Großbritannien setzt die Initiative The Entrepreneurial Refugee Network (TERN) verstärkt auf Unternehmensgründungen als Integrationsweg für Geflüchtete. Dafür plant die Organisation einen eigenen Investitionsfonds für von Geflüchteten gegründete Unternehmen. Das berichtet das Informationsportal Pioneers Post.
Hintergrund ist eine Reform, nach der der Flüchtlingsstatus künftig regelmäßig überprüft wird und damit mehr Unsicherheit für Betroffene entsteht. Nach den neuen Regeln wird der Schutzstatus alle 30 Monate überprüft. Hilfsorganisationen kritisieren die Änderungen als Verschärfung, die die Lebensbedingungen Geflüchteter zusätzlich erschwere. Auch für angehende Unternehmerinnen und Unternehmer verkürze sich damit die Zeit, ein eigenes Geschäft aufzubauen.
TERN-Mitgründer Charlie Fraser warnte, die neuen Vorgaben erschwerten den Zugang zu wirtschaftlicher Selbstständigkeit erheblich. Unternehmertum beginne oft erst nach mehreren Jahren – die verkürzten Fristen erhöhten daher die Hürden.
Seit der Gründung 2016 hat TERN nach eigenen Angaben mehr als 800 Geflüchtete unterstützt und über 140 Unternehmen mit aufgebaut. Zudem wurden Finanzierungen in Höhe von rund einer Million Pfund vermittelt sowie weitere Organisationen geschult, um die Förderung auszuweiten.
Zugleich baut die Initiative ihre Strukturen aus, um Geflüchtete stärker in Entscheidungsprozesse einzubinden. So sollen Führungspositionen gezielt mit Personen besetzt werden, die eigene Fluchterfahrungen haben. Auch will TERN künftig stärker auf strukturelle Veränderungen im Finanz- und Fördersystem hinwirken, um den Zugang zu klassischen Finanzierungen zu erleichtern.
Für die kommenden Jahre plant die Organisation zudem einen eigenen Investitionsfonds für von Geflüchteten gegründete Unternehmen. Damit soll gezeigt werden, dass entsprechende Geschäftsmodelle auch für institutionelle Investoren attraktiv sind.
Trotz eines aus Sicht vieler Akteure schwierigen politischen Umfelds sieht TERN weiterhin Chancen. Unternehmertum könne ein zentraler Hebel sein, um Geflüchteten eine nachhaltige wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. (DFPA/abg)
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