Warum Samsung das Depotgeschäft gehörig durcheinanderbringen könnte

Die US-amerikanische Krypto-Börse Gemini Trust und der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung haben eine Kooperation vereinbart, um Smartphone-Nutzern den Handel mit Krypto-Währungen zu erleichtern. Nordamerikanische Besitzer ausgewählter Samsung-Smartphones können ab sofort die integrierte Hardware Wallet für den Krypto-Handel auf der Gemini-Plattform nutzen. Diesen Schritt kommentiert Dr. Sven Hildebrandt, geschäftsführender Gesellschafter der DLC Distributed Ledger Consulting GmbH, in EXXECNEWS 12/2020:

Wenn wir ehrlich sind, dann ist doch eigentlich noch gar nichts los. Zwar scheint mittlerweile in der Tat durchzusickern, dass „dieses Blockchain“ ähnlich wie das Internet doch wohl so schnell nicht vorübergehen wird – so richtig passiert ist aber noch nicht wirklich etwas. Hier und da ein sogenannter „Proof of Concept“, an manchen Stellen wie im Falle der US-Großbank JP Morgan Chase recht drastische Sinneswandel. Doch die Investorenpräsentation „Implications of Current Policies for Inflation, Gold and Bitcoin“ von Goldman Sachs zeigt deutlich: Es gibt sie noch, die Insel der „glückselig Gestrigen“. Und obwohl uns die handwerklichen Fehler in der Präsentation wirklich ärgern (wer mehr wissen will, kontaktiere uns einfach), weil sie wieder einmal ein falsches Bild auf die neue Assetklasse der Digital Assets wirft und die weniger kritisch nachfragenden Portfoliomanager gegebenenfalls beeinflussen könnten, möchten wir an dieser Stelle auf ein anderes, in unseren Augen viel relevanteres Ereignis hinweisen: Und zwar auf die Kooperation der Krypto-Börse Gemini mit dem Elektronikkonzern Samsung.

Samsung ist der mit Abstand größte Smartphone-Hersteller der Welt und stellt jährlich rund 300 Millionen Mobiltelefone her. Das Flaggschiffmodell S20 ist seit einiger Zeit mit einem sogenannten „Secure-Chip“ ausgestattet, in welchem die Private-Keys zu Blockchain-Wallets sicher verwahrt werden können. Dies bedeutet nichts anderes, als dass Samsung die Nutzer seiner Telefone in die Lage versetzt, einfach und sicher, ohne Zwischenschaltung weiterer Intermediäre, mit unterschiedlichen Blockchains zu interagieren – einer der neuralgischen Punkte im Krypto-Ökosystem, der bislang häufig noch viel zu kompliziert, viel zu wenig nutzerfreundlich, viel zu unreguliert und viel zu unsicher war. Denn schaut man sich die Geschwindigkeit der Entwicklungen an, kann man nur staunen. Mit der Bitwala oder Bison App sind Digitale Assets mittlerweile im Handumdrehen auch für den absoluten Laien ziemlich sicher erwerbbar (bekanntlich ist ja nichts ganz ohne Risiko), und die Börse Stuttgart arbeitet mit Hochdruck an ihrer Handelsplattform für digitale Assets, der BSDEX. Auch Real Assets werden immer häufiger „tokenisiert“ – so beispielsweise von Bloxxter aus Hamburg.

Warum ist die Kooperation von Gemini und Samsung in unseren Augen jetzt also so eine so große Sache? Ganz einfach: Die komplette Struktur des globalen Finanzsystems basiert auf sich gegenseitig nicht vertrauenden Akteuren, die trotz dieses Umstandes miteinander interagieren wollen. Damit dies möglich wird, sind komplexe Intermediärsketten entstanden, die viele hunderte, gar tausende Jahre ihre absolute Berechtigung hatten. Bis vor kurzem. Denn mit der Einführung von Distributed Ledger Technologien wie beispielsweise Blockchains müssen sich die Marktteilnehmer nicht mehr vertrauen – das erledigt die Technik. Und nach langen Jahren der Abwehr beziehungsweise des „nicht beschäftigen wollens“ seitens der Politik und mancher Behörden ist jetzt doch erkennbar, dass das Thema – und die vielen Vorteile für Staat, Regulatoren und Verbraucher – zunehmend ankommt.

Bemerkenswert erachten wir in diesem Zuge, dass viele der klassischen Finanzmarktteilnehmer bereits seit einiger Zeit aufgehört haben, ihre Daseinsberechtigung nutzenorientiert zu begründen und stattdessen auf einen lange Jahre nicht sonderlich geliebten Begleiter verweisen: die Regulierung. So wird sich vielfach darauf zurückgezogen, dass diese oder jene Entität dies oder das nicht dürfe, weil die entsprechende Lizenz nicht vorhanden sei. Wir sind der Überzeugung: Eine Daseinsberechtigung haben Unternehmen, die dem Nutzer einen Mehrwert bringen. Ist der einzige Mehrwehrt der Besitz einer bislang regulatorisch notwendigen Lizenz, würden wir uns Gedanken um den zukünftigen Business Case machen. Denn sowohl die Regierung als auch der Regulator haben erkannt, dass die neue Welt sowohl mit neuen Risiken – und diesen mit adäquater Regulierung zu begegnen, begrüßen wir überaus – aber auch mit neuen Chancen daherkommt. Wir sind der festen Überzeugung, dass der Regulator Konsumentenorientiert denken und handeln wird. Die Auswirkungen auf die bestehenden Teilnehmer im Markt werden beträchtlich sein. Also: Packen wir es an – auf in die neue Welt der tokenisierten, digitalen Assets!

www.exxecnews.de

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