Die Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland (BID) kritisiert die kurzfristig eingeleitete Umstellung der KfW-Produkte in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Nach Mitteilung der KfW gelten ab dem 21. Juli 2026 neue Förderbedingungen für die BEG-Heizungsförderung sowie für die systemische Sanierung von Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden.
Bis zum Start der neuen Förderbedingungen können keine neuen Bestätigungen zum Antrag mehr erstellt werden. Diese technischen Förderbestätigungen sind Voraussetzung dafür, dass ein Vorhaben überhaupt zur Förderung angemeldet werden kann.
Dazu erklärt der BID-Vorsitzende Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverband Deutschland IVD: „Das ist ein bitteres Déjà-vu. Der Übernacht-Förderstopp bei der KfW am 24. Januar 2022 hat damals enormes Vertrauen zerstört. Wir hatten gehofft, dass die Politik aus diesem Fehler gelernt hat. Jetzt erleben Eigentümer, Unternehmen, Energieberater und Finanzierer wieder eine kurzfristige Umstellung. Wieder ohne ausreichende Vorwarnung. Wieder mitten in laufenden Planungen.“
Nach den vorliegenden Informationen würden zentrale Förderbausteine deutlich eingeschränkt. Betroffen sind unter anderem Effizienzhausstandards, Boni und Tilgungszuschüsse. Besonders gravierend sei das geplante Abschmelzen der förderfähigen Kosten bei Effizienzmaßnahmen in Mehrfamilienhäusern. Künftig sollen nur noch 30.000 Euro für die erste Wohneinheit, 15.000 Euro für die zweite bis sechste Wohneinheit und ab der siebten Wohneinheit lediglich 8.000 Euro berücksichtigt werden. Damit verliere die Förderung ausgerechnet in großen Mehrfamilienhäusern und ganzen Wohnungsbeständen massiv an Wirkung. Wer viele Wohnungen auf einmal modernisiert, würde pro Wohnung deutlich schlechter unterstützt.
Die BID sieht in der Umstellung der BEG-Förderung ein fatales Signal an die gesamte Immobilienwirtschaft. Von Planungssicherheit könne hier kaum die Rede sein. Das sei das Gegenteil einer investitionsfreundlichen Förderpolitik. (DFPA/ljh)
In dem Bündnis „Bundesarbeitsgemeinschaft Immobilienwirtschaft Deutschland“ (BID) arbeiten die Verbände BFW, GdW, IVD, VDIV, vdp und ZIA zusammen, um gemeinsam die immobilienwirtschaftliche Perspektive in der Öffentlichkeit zu vertreten. Aktuell hat der Immobilienverband Deutschland IVD den Vorsitz beim BID.