Die Immobiliengesellschaft Branicks Group AG hat mit wesentlichen Gläubigergruppen Vereinbarungen zur Restrukturierung ihrer Finanzverbindlichkeiten getroffen. Ziel ist eine Verlängerung und Neuordnung von Anleihen sowie Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen im Umfang von insgesamt rund 580 Millionen Euro. Voraussetzung für die Umsetzung sind unter anderem personelle Veränderungen im Management und weitere Bedingungen.
Branicks teilte mit, dass sogenannte Lock-up-Vereinbarungen mit einer Ad-hoc-Gruppe von Anleihegläubigern sowie Gläubigern von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen abgeschlossen wurden. Die Anleihegläubiger-Gruppe repräsentiert den Angaben zufolge 60,4 Prozent des ausstehenden Volumens der 400 Millionen Euro schweren, unbesicherten Anleihe mit Fälligkeit im September 2026. Die beteiligten SSD/NSV-Gläubiger stehen für mehr als 90 Prozent des entsprechenden Volumens von 179,5 Millionen Euro.
Kern der Vereinbarung ist eine umfassende finanzielle Neuordnung. Vorgesehen ist unter anderem eine neue Überbrückungsfinanzierung über 35 Millionen Euro auf Ebene von Branicks sowie über 60 Millionen Euro bei der Tochtergesellschaft VIB Vermögen. Diese soll später in langfristige Finanzierungen mit einer Laufzeit bis September 2029 und einer Verzinsung von zehn Prozent pro Jahr überführt werden.
Die bestehenden Finanzverbindlichkeiten sollen in besicherte und nachrangige Instrumente aufgeteilt werden. Die Anleihe wird demnach auf eine vorrangig besicherte Anleihe mit einem reduzierten Nennbetrag von 258,8 Millionen Euro umgestellt. Für den verbleibenden Teil sollen nachrangige Anleihen ausgegeben werden. Ähnliche Regelungen sind für die Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen vorgesehen.
Die Restrukturierung sieht zudem Änderungen in der Unternehmensführung vor. Josef Schultheis soll als Chief Restructuring Officer (CRO) in den Vorstand eintreten und die Restrukturierung verantworten. Vorstandschefin Sonja Wärntges soll die Gesellschaft weiterführen, ihr Amt aber spätestens Ende 2026 niederlegen. Zudem sind Veränderungen im Aufsichtsrat geplant.
Branicks verpflichtet sich außerdem zu weiteren Immobilienverkäufen, um die Verschuldung zu reduzieren. Die Restrukturierung der Anleihe soll über zwei Abstimmungen ohne Gläubigerversammlung nach dem Schuldverschreibungsgesetz umgesetzt werden. Die erste Abstimmung soll zunächst eine Stundung ermöglichen und die Grundlage für die weiteren Schritte schaffen. (DFPA/abg)
Die Branicks Group AG (ehemals DIC Asset AG) ist ein führender deutscher börsennotierter Spezialist für Büro- und Logistikimmobilien sowie neu Renewable Assets mit über 25 Jahren Erfahrung am Immobilienmarkt und Zugang zu einem breiten Investorennetzwerk. Die Basis bildet die überregionale und regionale Immobilienplattform mit neun Standorten in allen wichtigen deutschen Märkten (inkl. VIB Vermögen AG).