Infrastructure Debt habe sich in den vergangenen Jahren von einer Nischenstrategie zu einer etablierten Anlageklasse entwickelt. Was einst vor allem Banken und Versicherungsgesellschaften vorbehalten war, stehe heute einem breiteren Investorenkreis offen. Damien Gardes, Co-Head of Infrastructure Debt bei Schroders Capital, beschreibt die damit verbundenen Anlagechancen.
Die Entwicklung von Infrastructure Debt habe mehrere Ursachen. Zunächst sei der Rückzug der Banken infolge regulatorischer Reformen nach der Finanzkrise zu nennen, die sie dazu zwangen, Risikoaktiva in ihren Bilanzen zu reduzieren. Dadurch entstand Raum für privates Kapital, um als alternative und stabile Kapitalquelle für Kreditnehmer einzuspringen.
Zweitens habe sich die Definition von Infrastruktur erweitert und umfasst nun ein breiteres Spektrum an Vermögenswerten, das von den Trends der Energie- und Digitalwende geprägt wird und sich nicht mehr auf reine Projektfinanzierungen beschränkt. Damit haben sich auch die Bedürfnisse der Kreditnehmer verändert, die maßgeschneiderte Instrumente benötigen, die auf spezifische Geschäftsmodelle zugeschnitten sind.
Als Folge dieser Entwicklungen hat sich der Markt entlang der Kapitalstruktur verschoben, mit zunehmenden Allokationen in Junior- und Nachrangstrategien, die Investoren ein anderes Risiko-Rendite-Profil bieten. Heute umfasst die Assetklasse zunehmend auch anspruchsvolle Sub-Investment-Grade-Produkte mit höherem Renditepotenzial. Dies erweitert die Attraktivität der Assetklasse für Investoren wie Pensionsfonds und Stiftungen und bietet gleichzeitig Raum für maßgeschneiderte Lösungen auf Emittentenseite.
Kurz gesagt: Infrastructure Debt hat eine größere Stabilität und attraktivere Margen als der breitere Fixed-Income-Markt bewiesen und profitiert gleichzeitig vom höheren Zinsniveau.
Die überzeugendsten Chancen im Bereich nachrangiger Strukturen sind derzeit mit den großen strukturellen Trends der Energie- und Digitalwende verknüpft.
Es gibt ein reichhaltiges Angebot an Möglichkeiten, die sich aus der Notwendigkeit ergeben, die Kapazität zur Erzeugung erneuerbarer Energie erheblich auszubauen. Hinzu kommt die Erweiterung der Speicherlösungen, die erforderlich sind, um Netze an die mit erneuerbaren Anlagen einhergehende Intermittenz anzupassen. Energieeffizienz ist ebenfalls ein wichtiges Thema.
Gleichermaßen gibt es massive Investitionsbedürfnisse im Bereich der digitalen Infrastruktur. Die Beschleunigung von KI treibt insbesondere die weitere Expansion des Rechenzentrumssegments sowie den laufenden Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen voran.
Die Megatrends Energiewende und Digitalwende befeuern einen beispiellosen Deal Flow für Infrastructure-Debt-Anbieter im Allgemeinen und für den Sub-Investment-Grade-Markt im Besonderen. (DFPA/ljh)
Schroders Capital ist die Private-Assets- und Alternatives-Investment-Sparte von Schroders. Schroders ist eine im Jahr 1804 gegründete globale Fondsgesellschaft mit einem verwalteten Vermögen von 943,4 Milliarden Euro per 31. Dezember 2025. Nach wie vor gehört die Gründerfamilie zu den Hauptaktionären und hält rund 44 % der Aktien des im Vereinigten Königreich börsennotierten Unternehmens.