Die Europäische Investitionsbank und private institutionelle Investoren wollen mit einer neuen Investitionsplattform europäische Technologieunternehmen beim Wachstum zu globalen Marktführern unterstützen. Die zweite Phase der European Tech Champions Initiative soll bis zu 80 Milliarden Euro für mehr als 1.500 Wachstumsunternehmen mobilisieren.
Europa will den Abstand zu den großen Technologiezentren in den USA und Asien verringern und die Finanzierung wachstumsstarker Technologieunternehmen ausbauen. Die Europäische Investitionsbank (EIB), die Regierungen der 27 EU-Staaten sowie institutionelle Investoren und Asset Manager haben dazu die zweite Phase der European Tech Champions Initiative (ETCI 2.0) gestartet.
Die Initiative soll eine europaweite Investitionsplattform schaffen, über die Kapital in sogenannte Scale-ups fließen kann – Unternehmen, die bereits erste Erfolge vorweisen und den nächsten Wachstumsschritt finanzieren müssen. Insgesamt sollen bis zu 80 Milliarden Euro mobilisiert werden, um mehr als 1.500 europäische Technologieunternehmen zu unterstützen.
ETCI 2.0 soll ein Fondsvolumen von bis zu 15 Milliarden Euro erreichen und damit rund viermal größer werden als die erste 2023 gestartete Phase. Die EIB-Gruppe will bis zu 1,25 Milliarden Euro investieren. Erstmals sollen neben großen Venture-Capital-Fonds auch mittelgroße Wachstumsfonds mit einem Volumen von mehr als 300 Millionen Euro eingebunden werden.
„Es geht um Größe und Geschwindigkeit und darum, europäischen Pionieren das Kapital für ihr Wachstum bereitzustellen“, sagte EIB-Präsidentin Nadia Calviño. Ziel sei es, die Finanzierungslücke für Wachstumsunternehmen zu schließen und sicherzustellen, dass europäische Innovationen auch in Europa skaliert werden könnten.
Zu den privaten Investoren gehören unter anderem die dänische Danske Bank, die spanischen Finanzkonzerne AltamarCAM, Banco Santander und BBVA sowie die italienischen Asset Manager Azimut Holding und Green Arrow Capital. Weitere Investoren sollen folgen.
Bereits die erste ETCI-Phase unterstützte 15 große Technologiefonds und trug zur Entwicklung von zwölf europäischen „Einhörnern“ mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Euro bei.
Die neue Initiative ergänzt nationale Programme wie die französische „Tibi“-Initiative und die deutsche „WIN“-Initiative. Nach Einschätzung der EU soll ETCI 2.0 langfristig dazu beitragen, Europas Kapitalmärkte stärker zu integrieren, private Investitionen anzuziehen und die technologische Wettbewerbsfähigkeit des Kontinents zu stärken. (DFPA/abg)
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Sie vergibt Mittel für solide Investitionen, die den Zielen der EU dienen. Ihre Schwerpunkte sind Klima und Umwelt, Entwicklung, Innovation und Wissen, kleine und mittlere Unternehmen sowie Infrastruktur und Kohäsion. Die EIB arbeitet eng mit anderen EU-Einrichtungen zusammen, um die europäische Integration voranzubringen, die Union weiterzuentwickeln und die EU-Ziele in über 140 Ländern weltweit zu fördern.