Private Equity startete 2026 mit einer solideren Ausgangslage als zum Jahresende 2025, obwohl die Erholung weiterhin sehr ungleichmäßig verlaufe, sagt Dr. Nils Rode, Chief Investment Officer bei Schroders Capital: Die Deal-Aktivität und die Exits hätten sich nach mehreren Jahren gedämpfter Aktivität belebt. Doch hinter den Gesamtzahlen sei das Bild differenzierter.
Ein Großteil des jüngsten Aufschwungs wurde von einer relativ kleinen Anzahl großer Transaktionen getragen, während die Anzahl der Deals weiterhin verhalten bleibt und ein großer Exit-Rückstau fortbesteht. Auch das Fundraising bleibt gedämpft – insbesondere im Buyout-Segment.
Gleichzeitig sehen sich Investoren einem unsichereren Umfeld gegenüber. Die geopolitischen Spannungen bleiben erhöht, und die Entwicklung von Inflation, Zinsen und Wirtschaftswachstum ist alles andere als gewiss. Zudem hat die KI-Euphorie die Bewertungen in Teilen des Technologiemarkts deutlich nach oben getrieben.
Vor diesem Hintergrund bietet Private Equity weiterhin attraktive Chancen für langfristige Investoren, die bereit sind, über die größten Transaktionen hinauszublicken – und für Manager, die Bewertungsdisziplin wahren, anstatt dem Momentum zu folgen. Historisch gesehen gingen Phasen eingeschränkten Fundraisings und langsamerer Kapitalallokation häufig attraktiven Investitionsjahrgängen voraus.
Nach Rodes Einschätzung liegen die überzeugendsten Chancen weiterhin in kapitalineffizienten Segmenten – und dabei vor allem in kleinen und mittelgroßen Buyouts (Unternehmenswert unter einer Milliarde US-Dollar). Das Kapital konzentriert sich weiterhin auf die größten Fonds und Transaktionen, was in Verbindung mit dem breiteren Chancenspektrum dazu führt, dass die Einstiegsbewertungen im Small- und Mid-Market deutlich unter denen großer Buyouts und börsennotierter Vergleichsunternehmen liegen.
Die Liquiditätsdynamik im Private Equity entwickele sich weiter. Während die Exit-Aktivität durch einige große Transaktionen gestiegen sei, blieben die Gesamtausschüttungen unter dem historischen Durchschnitt, und viele Investoren suchen weiterhin nach Lösungen in der Liquiditätsfrage. Dies habe die Bedeutung des Sekundärmarkts unterstrichen, auf dem sowohl LP-geführte Portfolioverkäufe als auch Continuation Investments weiter wachsen, sodass 2026 mit einem neuen Fundraising-Rekord zu rechnen sei. Continuation Investments würden sich zunehmend zu einem etablierten Merkmal des Private-Equity-Ökosystems entwickeln. (DFPA/ljh)
Schroders Capital ist die Private-Assets- und Alternatives-Investment-Sparte von Schroders. Schroders ist eine im Jahr 1804 gegründete globale Fondsgesellschaft mit einem verwalteten Vermögen von 943,4 Milliarden Euro per 31. Dezember 2025. Nach wie vor gehört die Gründerfamilie zu den Hauptaktionären und hält rund 44 Prozent der Aktien des im Vereinigten Königreich börsennotierten Unternehmens.