BII will 15 Milliarden Pfund für Investitionen in Schwellenländer mobilisieren

Die britische Entwicklungsbank British International Investment (BII) plant im Rahmen einer neuen Fünfjahresstrategie, insgesamt rund 15 Milliarden Pfund (rund 17 Milliarden Euro) Kapital in Entwicklungs- und Schwellenländer zu lenken und dabei verstärkt privates Kapital zu mobilisieren.

Von dem Volumen will die staatliche Entwicklungs- und Impact-Investment-Institution bis zu 8 Milliarden Pfund selbst bereitstellen, der Rest soll nach Angaben des Unternehmens durch private Investoren wie Versicherer und Pensionsfonds ergänzt werden. Ziel sei es, pro Pfund öffentlicher Mittel zusätzlich etwa ein weiteres Pfund privates Kapital zu mobilisieren.

Ein Schwerpunkt der Strategie liegt auf der Finanzierung von Projekten in besonders einkommensschwachen Ländern. Mindestens 25 Prozent der Investitionen sollen künftig in sogenannte „Least Developed Countries“ fließen, in denen privates Kapital bislang nur begrenzt verfügbar ist.

Parallel kündigte BII die Gründung der Initiative „British Climate Partners“ an. Mit einem Volumen von rund 1,1 Milliarden Pfund soll sie insbesondere in stark kohleabhängigen Volkswirtschaften in Asien in den Ausbau klimafreundlicher Energie investieren. Im Fokus stehen unter anderem Indien sowie Länder in Süd- und Südostasien wie Indonesien, Vietnam und die Philippinen.

Nach Angaben der Entwicklungsbank soll der Anteil von Klimafinanzierungen am Gesamtportfolio in den kommenden fünf Jahren auf mindestens 40 Prozent steigen. Finanzierungen sollen dabei verstärkt gemeinsam mit privaten Investoren strukturiert werden, um Risiken zu senken und größere Investitionsvolumina zu ermöglichen.

BII-Chef Leslie Maasdorp bezeichnete die Strategie als Teil eines neuen Ansatzes internationaler Entwicklungspolitik, der stärker auf Investitionen und Partnerschaften statt auf klassische Hilfszahlungen setze. Ziel sei es, wirtschaftliche Entwicklung, Beschäftigung und stabile Rahmenbedingungen in den Zielländern zu fördern.

Die britische Regierung unterstützt den Kurs. Entwicklungsministerin Jenny Chapman sprach von einem Ansatz, der öffentliche Mittel gezielt einsetze, um zusätzlich privates Kapital zu mobilisieren und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. (DFPA/abg)

British International Investment (BII) ist die staatliche Entwicklungsfinanzierungsinstitution des Vereinigten Königreichs und war früher als CDC Group bekannt. Sie investiert vor allem in Afrika, Asien und die Karibik, um nachhaltige und inklusive Wirtschaftsentwicklung zu fördern. Im Jahr 2023 betrugen die Neuzusagen 1,31 Milliarden Pfund, während das Gesamtportfolio 7,3 Milliarden Pfund umfasste. Ihr Ziel ist es, wirtschaftliches Wachstum mit sozialer und ökologischer Wirkung zu verbinden und so eine langfristige Entwicklung zu unterstützen.

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