EIB stellt 322,5 Millionen Euro für Wohnungsbau in Deutschland bereit
Die Europäische Investitionsbank (EIB) verstärkt ihr Engagement im deutschen Wohnungsmarkt und stellt 322,5 Millionen Euro für Wohnungsbau und Bauinnovationen bereit. Die Finanzierungen wurden bei einer Branchenkonferenz in Berlin vorgestellt, auf der Vertreter von Politik, Wohnungswirtschaft und Bauindustrie über Wege aus der Wohnungsnot berieten.
Der größte Teil entfällt auf ein Darlehen von bis zu 300 Millionen Euro für die landeseigene Berliner Wohnungsbaugesellschaft Gewobag. Damit sollen rund 1.465 bezahlbare und energieeffiziente Mietwohnungen einschließlich studentischem Wohnraum entstehen oder modernisiert werden. Nach Angaben der EIB ist dies bereits die vierte Finanzierungspartnerschaft mit der Gewobag; das Gesamtvolumen beläuft sich damit auf rund 1,1 Milliarden Euro.
Weitere 22,5 Millionen Euro gehen an das Gemeinschaftsunternehmen Honext WEPA in Sachsen. Das Unternehmen will in Kriebstein eine Anlage zur Herstellung von Bauplatten aus recycelten Zellulosefasern errichten. Die Produktion soll laut EIB eine Alternative zu klassischen Holzwerkstoffen wie MDF-Platten bieten und bis 2028 rund 69 Arbeitsplätze schaffen.
Die EIB verwies auf den zunehmenden Druck auf den Wohnungsmarkt in Deutschland. Seit 2006 habe sich der Bestand an Sozialwohnungen europaweit stark verringert. Gleichzeitig erschwerten hohe Baukosten, Finanzierungslücken und regulatorische Hürden neue Projekte. Die Bank plant deshalb, ihre Wohnungsbaufinanzierungen europaweit bis 2026 auf sechs Milliarden Euro auszuweiten. (DFPA/abg)
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Sie vergibt Mittel für solide Investitionen, die den Zielen der EU dienen. Ihre Schwerpunkte sind Klima und Umwelt, Entwicklung, Innovation und Wissen, kleine und mittlere Unternehmen sowie Infrastruktur und Kohäsion. Die EIB arbeitet eng mit anderen EU-Einrichtungen zusammen, um die europäische Integration voranzubringen, die Union weiterzuentwickeln und die EU-Ziele in über 140 Ländern weltweit zu fördern.