Geschlossene Fonds: Neuangebot eingebrochen, Platzierungszahlen weiter rückläufig
Die Ratingagentur Scope hat untersucht, wie sich der Markt für geschlossene alternative Investmentfonds (AIF) für Privatanleger im vergangenen Jahr entwickelt hat. Ausgewertet wurden sowohl die Emissionszahlen 2025 (Neuangebot) als auch die Zahlen zum platzierten Eigenkapital. Das Ergebnis: Die Emissionszahlen waren 2025 deutlich niedriger als 2024. Das prospektierte Angebotsvolumen lag bei 369 Millionen Euro nach 962 Millionen Euro im Jahr zuvor.
Gründe für den starken Rückgang sind laut Scope der hohe Überhang aus dem Vorjahr (778 Millionen Euro des Angebotsvolumens aus 2024 standen noch 2025 zur Verfügung), die geringe Zahl großvolumiger Fonds (nur drei haben ein prospektiertes Eigenkapital von mehr als 50 Millionen Euro) und die weiterhin schwächelnden Immobilienmärkte.
Im vergangenen Jahr investierten Anleger so wenig Geld in geschlossene Fonds wie seit 2014 nicht - der zweitniedrigste Wert in der rund 20-jährigen Rückschau der Platzierungszahlen. Das platzierte Eigenkapital lag bei 438 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatten die Fonds 572 Millionen Euro eingesammelt.
Der weitere Rückgang des Platzierungsvolumens sei zurückzuführen auf die anhaltende Zurückhaltung von privaten Anlegern aufgrund der relativ hohen Attraktivität festverzinslicher Anlageformen. Dazu komme die schwierige Situation an den Immobilienmärkten, die dieses bislang dominierende Segment schwächt. Auch stand den Anlegern ein wachsendes Angebot an ELTIFs zu Verfügung. Negative Meldungen zu Insolvenzen und schlechte Nachrichten im Markt der Geschlossenen Fonds in den vergangenen Monaten und Jahren trugen laut Scope zusätzlich zur Verunsicherung der Anleger bei. (DFPA/mb)
EXXECNEWS wird ausführlich über die Scope-Analyse berichten.
Scope Fund Analysis ist seit 20 Jahren führender europäischer Anbieter unabhängiger Analysen und Ratings zu Investmentfonds und Asset Managern.