Der US-Pharmakonzern Gilead Sciences will das Münchner Biotech-Unternehmen Tubulis übernehmen und damit seine Krebsforschung deutlich ausbauen. Wie Gilead mitteilte, umfasst die Vereinbarung ein Gesamtvolumen von bis zu 5 Milliarden US-Dollar inklusive erfolgsabhängiger Zahlungen.
Mit der Übernahme sichert sich Gilead unter anderem den Wirkstoffkandidaten TUB-040, der sich derzeit in klinischen Studien zur Behandlung von Eierstock- und Lungenkrebs befindet. Zudem erhält der Konzern Zugang zu einer Plattform für sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC), die Medikamente gezielter zu Tumoren transportieren sollen.
„Die Vereinbarung ist ein bedeutender Meilenstein für unsere Fortschritte in der Onkologie“, sagte Gilead-Chef Daniel O’Day. Tubulis bringe „eine potenzielle neue Behandlung für Eierstockkrebs sowie eine vielversprechende Pipeline“.
Auch Tubulis sieht Vorteile im Zusammenschluss. „Joining Gilead allows us to build on this foundation“, erklärte Firmenchef Dominik Schumacher. Die Kombination aus Forschungskompetenz und globaler Infrastruktur könne die Entwicklung neuer Therapien beschleunigen.
Nach Abschluss der Transaktion soll Tubulis als eigenständige Forschungseinheit innerhalb von Gilead weitergeführt werden. Der Standort München wird dabei zum Zentrum für ADC-Innovationen ausgebaut. (DFPA/abg)
Tubulis ist ein Biotechnologieunternehmen, das auf die Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC) spezialisiert ist. Die firmeneigene Plattform zielt darauf ab, Wirkstoffe gezielt an Tumoren zu liefern und deren Wirksamkeit zu erhöhen
Gilead Sciences ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Foster City (USA), das seit mehr als 30 Jahren Medikamente zur Behandlung schwerer Erkrankungen entwickelt. Der Fokus liegt auf Therapien gegen unter anderem HIV, Virushepatitis, Krebs und Entzündungskrankheiten. Das Unternehmen ist in über 35 Ländern aktiv und investiert kontinuierlich in Forschung und Entwicklung. Für den Ausbau seiner Aktivitäten kündigte Gilead zuletzt umfangreiche Investitionen, insbesondere in den USA, an.