Der Markt für Einzelhandelsimmobilien zeigt weiterhin eine klare Polarisierung: Während klassische innerstädtische 1a-Lagen und viele Einkaufszentren vielerorts noch in der Preisfindung stecken, bestätigen lebensmittelgeankerte Fachmärkte und Fachmarktzentren ihre Rolle als resilienter Kern des Investmentmarkts.
Das wurde bei der Online-Pressekonferenz „Handelsimmobilien 2026 – toter Einzelhandel, lebendige Fachmärkte?“ deutlich. Teilnehmende Experten waren Nicole Römer (Head of Retail Germany, Colliers), Prof. Dr. Andreas Link (Geschäftsführer, imtargis), Jens Nagelsmeier (Head of Transaction Retail [&] Healthcare, HIH Invest) und Patrick Brinker (Head of Real Estate Investment Management, Hauck Aufhäuser Lampe).
Laut Colliers lag das Transaktionsvolumen für Einzelhandelsinvestments 2025 in Deutschland bei rund 5,8 Milliarden Euro (2024: 5,0 Milliarden Euro) und damit wieder klar über der Fünf-Milliarden-Euro-Marke. Am Gesamtmarkt der Gewerbeimmobilien erreichte der Einzelhandel 2025 einen Anteil von rund 23 Prozent, erläuterte Nicole Römer.
Fachmärkte und Fachmarktzentren machten 2025 rund 48 Prozent des Einzelhandels-Transaktionsvolumens aus. Innerhalb des Segments bleiben der Lebensmitteleinzelhandel und Drogerien die zentralen Ankermieter; der Anteil lebensmittelgeankerter Fachmärkte und Fachmarktzentren lag 2025 bei rund 28 Prozent des gesamten Einzelhandels-Transaktionsvolumens.
Auch Hauck Aufhäuser Lampe setzt 2026 im Einzelhandel unverändert auf lebensmittelgeankerte Objekte mit Manage-to-core-/Value-add-Ansatz. Patrick Brinker erläutert: „Insbesondere großflächig genehmigte SB-Warenhäuser eignen sich, um sie durch Flächenaufteilungen und Ergänzungsmieter, wie zum Beispiel Vollsortimenter, Discounter und Drogerien, zu modernen Nahversorgungszentren zu entwickeln.“
Jens Nagelsmeier verweist auf eine wieder anziehende Nachfrage nach europäischen Investments: „Wir beobachten, dass sich das Interesse institutioneller Anleger wieder stärker in Richtung Europa bewegt. In einzelnen europäischen Märkten ist der Immobilienzyklus bereits weiter fortgeschritten als in Deutschland und bietet entsprechend attraktive Renditechancen.“ (DFPA/ljh)