Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen haben gemeinsam ein Eckpunktepapier zum „Gebäudetyp E“ vorgelegt. Bei ihm wird auf zahlreiche Baustandards verzichtet, die gesetzlich nicht zwingend sind. Dadurch reduzieren sich die Baukosten.
Der Gebäudetyp E steht für einfaches bedarfsgerechtes Bauen. Zumeist werden mit diesem Schlagwort Neubauprojekte bezeichnet, bei denen durch einfaches und innovatives Bauen Kosteneinsparungen erzielt werden, ohne dass dabei die Wohnqualität leidet. Das kann beispielsweise die Konstruktion und Technik betreffen, aber auch den Verzicht auf Komfortstandards bei der Ausstattung bedeuten.
Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen Verena Hubertz erklärt: “Wir wollen mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Dazu müssen wir anders bauen und das ist der Gebäudetyp E. Gebäudetyp E heißt: Wir bauen einfacher, schneller und günstiger, ohne an Qualität zu sparen. Das geht, wenn wir uns auf das Wesentliche konzentrieren: kompakte Grundrisse, robuste Materialien und weg von Schnickschnack, der den Bau verteuert.“
Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) begrüßt die Eckpunkte zum Gebäudetyp E. „Der Gebäudetyp E ist ein entscheidender Hebel, um die Baukosten zu senken und den Wohnungsbau zu beschleunigen. Wir als ZIA hatten lange gefordert, Standards dort reduzieren zu können, wo sie nicht zwingend erforderlich sind, ohne die Sicherheit zu gefährden. Dass hier nun endlich der Rahmen für die dafür nötige Rechtssicherheit geschaffen wird, ist ein wichtiger Schritt für die Bau- und Immobilienwirtschaft und für alle, die auf bezahlbare Wohnungen angewiesen sind“, so Aygül Özkan, Hauptgeschäftsführerin des ZIA.
„E, wie endlich! Die vorgestellten Eckpunkte für den Gebäudetyp E können das Fundament einer zukünftigen Bauwende in Deutschland werden. Sie markieren eine Wendemarke: die Abkehr von überteuerten, unnötig hohen Standards und bedeuten, dass Baukosten sinken können. Das sind gute Neuigkeiten für die Unternehmen der Immobilienwirtschaft und für die Bürgerinnen und Bürger“, betont Dirk Salewski, Präsident des BFW Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. (DFPA/ljh)
Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) ist der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft. Er spricht durch seine Mitglieder, darunter mehr als 30 Verbände, für rund 37.000 Unternehmen der Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen ist Interessenvertreter der mittelständischen Immobilienwirtschaft. Ihm gehören derzeit rund 1.600 Mitgliedsunternehmen an.