Versorgungslücke bei Pflegeimmobilien wächst dramatisch
Mit dem kontinuierlichen Anstieg der Zahl pflegebedürftiger Menschen wachse auch der Bedarf an geeigneten Wohn- und Pflegeeinrichtungen. Doch der Neubau klassischer Pflegeheime stagniere seit Jahren. Allein im Jahr 2023 sank die Zahl der verfügbaren Pflegeplätze um rund 3.300 – ein alarmierender Rückgang angesichts der demografischen Entwicklung, meint Iris Schöberl, Präsidentin des ZIA.
„Der Bereich Pflege wird zwar oft mit Blick auf den Fachkräftemangel diskutiert, doch ein ebenso drängendes Thema gerät zunehmend aus dem Blick – die gravierende Unterversorgung mit Pflegeimmobilien und altersgerechten Wohnformen in Deutschland“, warnt Schöberl.
„Wenn wir jetzt nicht handeln, steuern wir auf eine massive Versorgungslücke zu“, so Schöberl weiter. Prognosen zufolge fehlten bis zum Jahr 2040 rund zwei Millionen altersgerechte Wohneinheiten.
Neben dem Neubau sei auch der Zustand bestehender Pflegeeinrichtungen besorgniserregend. Rund 50 Prozent der Pflegeimmobilien in Deutschland gelten als strukturell veraltet und energetisch ineffizient. Viele Gebäude sind über 25 Jahre alt und entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen.
„Pflegeimmobilien sind kein Randthema – sie sind ein zentraler Bestandteil unserer sozialen Daseinsvorsorge“, betont Schöberl: „Die Wohnungswirtschaft braucht vor allem politische und rechtliche Rahmensetzungen, die robuste und belastbare Finanzierungen und Investitionen ermöglichen. Ohne diese Grundlagen wird es nicht gelingen, privates Kapital, das schon heute 90 Prozent der sozialen Infrastruktur ermöglicht, auch in Zukunft zu gewinnen.“
Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) mit Sitz in Berlin ist der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft. Er spricht durch seine Mitglieder, darunter mehr als 30 Verbände, für rund 37.000 Unternehmen der Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette.