Ein neuer wissenschaftlicher Bericht warnt vor zunehmenden Belastungen für das Kongobecken und fordert verstärkte Investitionen sowie eine bessere internationale Zusammenarbeit. Das Ökosystem gilt laut UN Sustainable Development Solutions Network (SDSN) als zentral für den globalen Klimaschutz und die Biodiversität.
Das Kongobecken steht nach Einschätzung von Wissenschaftlern an einem entscheidenden Wendepunkt. Der von mehr als 180 Forschenden erarbeitete Bericht „Congo Basin Resilience and Sustainability“ beschreibt die Region als eines der weltweit wichtigsten Ökosysteme für Klimaregulierung, Artenvielfalt und nachhaltige Entwicklung.
Vorgestellt wurde die Studie vom Science Panel for the Congo Basin am Rande der Jahrestagung der African Development Bank in Brazzaville. Demnach umfasst das Kongobecken rund 3,46 Millionen Quadratkilometer und bildet die größte tropische Kohlenstoffsenke der Erde. Zudem beeinflusst es Niederschlagsmuster in weiten Teilen Afrikas und sichert die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen.
Die Autoren sehen das Ökosystem jedoch zunehmenden Risiken ausgesetzt. Genannt werden insbesondere nicht nachhaltige Ressourcennutzung, der Klimawandel sowie Defizite bei Regierungsführung und Institutionen. Zugleich betont der Bericht, dass wirksame Gegenmaßnahmen möglich seien, sofern Regierungen, Investoren und internationale Partner koordiniert handeln.
Nach Angaben der Wissenschaftler nimmt die Fähigkeit des Kongobeckens zur Aufnahme von Kohlendioxid bereits ab. Die kommenden zehn Jahre seien daher entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit der Region langfristig zu sichern. Empfohlen werden höhere Investitionen in nachhaltige Entwicklung, der Ausbau wissenschaftlicher Forschung sowie stärkere Schutz- und Managementmaßnahmen.
Das 2023 gegründete Wissenschaftsgremium versteht sich als erste unabhängige Plattform zur wissenschaftlichen Bewertung des Kongobeckens. Ziel ist es, politische Entscheidungen, Investitionsstrategien und internationale Kooperationen auf eine breitere wissenschaftliche Grundlage zu stellen und den Schutz eines der bedeutendsten tropischen Regenwaldgebiete der Welt zu stärken. (DFPA/abg)
Das Sustainable Development Solutions Networks (SDSN) Germany repräsentiert über 50 deutsche Organisationen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Wirtschaft und ermöglicht Lösungen für die effektive Umsetzung der Agenda 2030 und ihrer 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung in und durch Deutschland. Ziel ist eine unabhängige, wissensbasierte Politikberatung, die alle Dimensionen der Nachhaltigkeit abdeckt und relevante Stakeholder in innovativen Dialogformaten zusammenbringt.