Aktuelle EU-Überarbeitung der SFDR stößt in Impact-Branche auf Zustimmung
Die europäische Impact-Investing-Community hat die geplante Reform der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) grundsätzlich begrüßt, mahnt jedoch Nachbesserungen an.
Die Europäische Kommission hatte am 20. November ihren Vorschlag für eine vereinfachte und klarer strukturierte Offenlegungsverordnung vorgelegt, die erstmals eine offizielle Definition von Impact Investing und eine eigene Produktkategorie für wirkungsorientierte Fonds enthält. Branchenvertreter sehen darin einen wichtigen Schritt, befürchten aber, dass einzelne Regelungen neue Interpretationsspielräume schaffen könnten.
Die Reform sieht künftig drei Produktkategorien – Transition, ESG Basics und Sustainable – vor und ersetzt damit das bisherige Artikel-8/9-System. Produkte, die „Impact“ beanspruchen, müssen nachweisbar positive ökologische oder soziale Ergebnisse erzielen und diese mit einer belastbaren Theory of Change belegen. Für Fonds in der Transition- und Sustainable-Kategorie gelten künftig strengere Ausschlüsse und Mindeststandards, während die Offenlegungspflichten stärker auf Produktebene verlagert werden.
Zwar begrüßen Marktteilnehmer wie die niederländische Impact-Investing-Expertin Laure Wessemius-Chibrac die neue Klarheit, warnen aber vor Risiken bei der Auswahl von Indikatoren für die Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie möglichen Ungleichbehandlungen von alternativen Investmentfonds. Auch der Zusammenschluss United for Impact und die Branchenorganisation Impact Europe sehen in der Reform die Chance, privates Kapital stärker in Richtung Klimaschutz und soziale Lösungen zu lenken. Ob die Neufassung den Impact-Markt tatsächlich stärkt, werde jedoch entscheidend von den technischen Detailregeln und der späteren Umsetzung abhängen. (DFPA/abg)
Impact Europe ist das zentrale europäische Netzwerk für Akteure des wirkungsorientierten Investierens. Es vereint über 350 Kapitalgeber – darunter Stiftungen, Impact-Fonds, Banken, öffentliche Geldgeber und Unternehmen – entlang des gesamten „Continuum of Capital“. Ziel ist es, Kapital, Wissen und Menschen zu mobilisieren, um gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen gezielt anzugehen. Die Organisation fördert seit der Gründung 2014 Impact-Investments durch Aufbau neuer Märkte, insbesondere in Osteuropa, Nordafrika und dem Westbalkan.