Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) begrüßt, dass die Europäische Kommission die Bankenregulierung überprüfen will. Zugleich warnte Hauptgeschäftsführer Heiner Herkenhoff davor, weiter Zeit zu verlieren, und forderte, konkrete Maßnahmen deutlich schneller umzusetzen, damit Europas Banken wettbewerbsfähiger werden. Die Europäische Kommission will ihren Bericht zur Bankenregulierung und zur Wettbewerbsfähigkeit der Institute am 17. Juli vorlegen.
„Europa braucht starke Banken, um die gewaltigen Investitionen in Digitalisierung, Energieversorgung, Verteidigung und industrielle Transformation zu finanzieren. Die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Institute darf deshalb nicht zum Nebenprodukt politischer Kompromisse werden“, betonte Herkenhoff.
Aus Sicht des Bankenverbandes droht die Reform der Bankenregulierung durch den angekündigten Zeitplan der Kommission weiter hinausgeschoben zu werden. Nach Veröffentlichung des Berichts soll der eigentliche Gesetzgebungsprozess erst im Frühjahr 2027 beginnen. Dies würde bedeuten, dass 2025 und 2026 weitgehend verloren gingen – in einer Zeit, in der andere Wirtschaftsregionen wie die USA oder Großbritannien ihre Regeln für die Institute bereits anpassen und gezielt vereinfachen.
Der Bankenverband warnte zudem eindringlich davor, Entlastungen in der Regulierung mit der europäischen Einlagensicherung (EDIS) zu verknüpfen. „Erleichterungen sollten zügig und unabhängig von möglichen EDIS-Fortschritten umgesetzt werden. Nur so lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit des Bankensektors wirksam stärken und das volle Potenzial der geplanten Reformen ausschöpfen. Werden beide Themen entkoppelt, entstehen die Voraussetzungen für schnelles Handeln und einen nachhaltig starken Finanzstandort Europa.“ (DFPA/ljh)
Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) mit Sitz in Berlin ist die Interessenvertretung der privaten Banken in Deutschland. Dem 1951 gegründeten Bankenverband gehören mehr als 210 private Banken und elf Landesverbände an.