BVI dringt auf Deregulierung und mehr Kapitaldeckung
Der Fondsverband BVI fordert von der Politik eine konsequente Fortsetzung des Reformkurses in der Altersvorsorge und bei der Infrastrukturfinanzierung. Mehr Kapitaldeckung in allen drei Säulen der Rente sowie ein Abbau überflüssiger Regulierung seien nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzstandorts Deutschland zu stärken.
Die Reform der privaten Altersvorsorge mit dem neuen Altersvorsorgedepot sei ein „Paradigmenwechsel“, erklärte BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter. Der Wegfall von Garantievorgaben erhöhe die Renditechancen. Zugleich müsse auch in der gesetzlichen und betrieblichen Rente stärker auf kapitalgedeckte Elemente gesetzt werden, um die Abhängigkeit von Steuerzuschüssen zu verringern.
Bei der Infrastrukturfinanzierung begrüßt der Verband steuerliche Verbesserungen durch das Standortfördergesetz. Damit mehr privates Kapital in deutsche Projekte fließe, brauche es jedoch bessere Rahmenbedingungen für Fondsmanager und Rechtssicherheit. Deutschland dürfe im Wettbewerb mit Standorten wie Luxemburg oder der Schweiz nicht weiter zurückfallen.
Auf europäischer Ebene wirbt der BVI für eine gemeinsame Indexfamilie, um Kapital in der EU zu bündeln und Unternehmen besseren Zugang zu Finanzmitteln zu verschaffen. Kritisch sieht der Verband dagegen das EU-Open-Finance-Projekt FiDA sowie Pläne für eine zentrale Aufsicht großer Assetmanager unter dem Dach der European Securities and Markets Authority (ESMA). Eine weitere Zentralisierung schaffe Doppelstrukturen und zusätzliche Bürokratie. (DFPA/abg)
Der deutsche Fondsverband BVI mit Sitz in Frankfurt am Main und Büros in Berlin und Brüssel ist Repräsentant der Investmentbranche in Deutschland. Die 116 Mitglieder des 1970 gegründeten Verbands verwalten rund 3,9 Billionen Euro in Publikumsfonds, Spezialfonds und Vermögensverwaltungsmandaten.