Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) weist die Forderungen der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg (VZBW) zurück, die Frühstartrente über ein staatlich verwaltetes Kollektivmodell abzuwickeln und auf verpflichtende Beratung zu verzichten.
„Die Vorschläge verengen die Wahlmöglichkeiten der Eltern, schwächen den Wettbewerb und gefährden langfristig die Akzeptanz kapitalgedeckter Altersvorsorge“, sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz. „Die Frühstartrente kann nur dann ein Erfolg werden, wenn sie auf Eigenverantwortung, finanzielle Bildung und individuelle Beratung setzt. Eine staatliche Standardlösung für alle ist nicht der richtige Weg.“
Der BVK unterstützt laut eigener Angabe das Ziel, Kinder frühzeitig an den langfristigen Vermögensaufbau heranzuführen. Allerdings dürfe die Frühstartrente Eltern nicht faktisch auf eine staatlich verwaltete Anlageform festlegen. Unterschiedliche Familien hätten unterschiedliche Bedürfnisse, Risikoneigungen und finanzielle Möglichkeiten. Deshalb müssten sie aus verschiedenen qualitätsgesicherten Vorsorgelösungen wählen können.
Äußerst kritisch bewertet der BVK die pauschale Abwertung des beratenden Vertriebs. Über Jahre wurden Vermittler von Politik und Regulierung zu immer höheren Beratungs- und Verbraucherschutzstandards gedrängt. Dass dieselbe Beratung nun plötzlich als Kosten- und Fehlanreizfaktor dargestellt wird, sei ein widersprüchlicher Kurswechsel zulasten des Berufsstands und der Verbraucher. Gerade bei einer Vorsorgeentscheidung, die über Jahrzehnte wirkt, helfen persönliche Ansprechpartner dabei, Chancen und Risiken zu verstehen und eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen. Der vorgeschlagene Beratungsverzicht weise daher in die falsche Richtung.
Ebenso lehnt der BVK die Vorstellung ab, angesparte Guthaben nach der Volljährigkeit möglichst automatisch in ein staatliches Standarddepot zu überführen. Der Übergang ins Erwachsenenalter sei ein wichtiger Zeitpunkt, um junge Menschen aktiv an ihre finanzielle Zukunft heranzuführen. An die Stelle von Automatismen sollten Beratung, Aufklärung, Wahlfreiheit und individuelle Entscheidungsrechte treten. (DFPA/mb)
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) ist Berufsvertretung und Unternehmerverband der selbstständigen Versicherungs- und Bausparkaufleute in Deutschland.