Am heutigen 18. März 2025 starten in Brüssel die Trilog-Verhandlungen zur EU-Kleinanlegerstrategie. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) fordert von den Verhandlungspartnern pragmatische Lösungen. Das Regelwerk sollte für Verbraucher und Unternehmen einfach und verständlich sein.
Das Ziel der Kleinanlegerstrategie sei es, mehr Menschen zum Investieren an den Kapitalmärkten zu ermutigen, indem Vertrauen gestärkt und Hürden abgebaut werden. Versicherer unterstützen dieses Ziel ausdrücklich. Doch die aktuellen Vorschläge drohen das Gegenteil zu bewirken – insbesondere für die Versicherungsbranche.
Statt mehr Klarheit zu schaffen, könnten die geplanten Regeln zu noch mehr Vorgaben führen. Neue Dokumentations-, Reporting- und Aufbewahrungspflichten führten zu erheblichen Zusatzkosten für Versicherer – ohne erkennbaren Mehrwert für die Kunden. Anstatt die Kapitalanlage für Privatkunden zu vereinfachen, erschwere das Regelwerk die Produktentwicklung und Beratung durch einen übermäßigen administrativen Aufwand.
Viele entscheidende Details und Durchsetzungsstandards bleiben bis zum Ende des Gesetzgebungsprozesses laut GDV offen, da sie erst spät in Verordnungen und technischen Standards geregelt werden sollen. Für Versicherer bedeute das lange Phasen der Unsicherheit: Sie wissen nicht, welche konkreten Anforderungen sie erfüllen müssen. Eine verlässliche Planung und rechtssichere Umsetzung seien so kaum möglich. Die Umsetzungsfristen für die neuen Vorschriften sollten laut Verband erst dann beginnen, wenn alle Details feststehen. Andernfalls geraten Versicherer unter enormen Zeitdruck, so dass ein reibungsloser Übergang nicht gewährleistet werden kann. Das könnte die Verfügbarkeit von Produkten und die Beratungsqualität beeinträchtigen.
Für die Trilog-Verhandlungen fordern die Versicherer eine klare, abschließende Regelung direkt in der Richtlinie, anstatt späterer Anpassungen über zusätzliche Verordnungen. Zudem müssen die regulatorischen Anforderungen in einem angemessenen Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen stehen. Das gilt insbesondere bei den Reporting-, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten. (DFPA/mb1)
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) mit Sitz in Berlin ist die Dachorganisation der privaten Versicherer in Deutschland. In dem Verband sind rund 470 Mitgliedsunternehmen zusammengeschlossen.
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