EU-Parlament will Finfluencer stärker in die Pflicht nehmen

Das Europäische Parlament hat am 30. April 2026 eine Entschließung zur Finanzkompetenz und zur Rolle von „Finfluencern“ im Kontext der Spar- und Investitionsunion (SIU) verabschiedet. Mit großer Mehrheit spricht sich das Parlament darin für konkrete Mindeststandards bei Finanzinhalten in sozialen Medien aus. Der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung sieht darin einen wichtigen Schritt hin zu mehr Verbraucherschutz und fairen Wettbewerbsbedingungen.

Im Zentrum der Entschließung steht die wachsende Bedeutung sozialer Medien für Finanzinformationen. Gerade jüngere Zielgruppen orientierten sich zunehmend an Inhalten von Influencern – bislang jedoch ohne einheitliche regulatorische Anforderungen. Das Europäische Parlament fordert daher klare Regeln für Transparenz, Qualität und Verantwortung in der digitalen Finanzkommunikation.

Konkret sollen Finfluencer künftig verpflichtet werden, wirtschaftliche Interessen offenzulegen und Werbung eindeutig zu kennzeichnen. Kooperationen mit Finanzunternehmen sowie eigene Beteiligungen müssen transparent gemacht werden. Nutzer sollen klar erkennen können, ob es sich um unabhängige Informationen oder vertriebsgetriebene Inhalte handelt.

Darüber hinaus fordert das Parlament höhere Anforderungen an die inhaltliche Qualität. Risiken müssen ebenso klar dargestellt werden wie Chancen. Irreführende Aussagen, überzogene Renditeversprechen oder die Bewerbung ungeeigneter Produkte für breite Zielgruppen sollen konsequent unterbunden werden. Gleichzeitig wird erwartet, dass Anbieter über ausreichende fachliche Kenntnisse verfügen und ihre Inhalte sorgfältig prüfen.

Ein weiterer zentraler Punkt ist die Abgrenzung zur regulierten Anlageberatung. Sobald konkrete Anlageempfehlungen ausgesprochen werden, sollen bestehende europäische Vorgaben Anwendung finden. Ergänzend spricht sich das Parlament für einen europaweiten Verhaltenskodex sowie mögliche Gütesiegel für regelkonforme Anbieter aus.

Der AfW werde sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Perspektive unabhängiger Vermittler in die konkrete Ausgestaltung einfließt. (DFPA/mb)

Der AfW - Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. ist die berufsständische Interessenvertretung unabhängiger Finanzdienstleister und Versicherungsmakler. Der Verband mit Sitz in Berlin vertritt die Interessen von rund 40.000 Versicherungsmaklern sowie unabhängigen Finanzanlagen- und Immobiliardarlehensvermittlern aus über 2.100 Mitgliedsunternehmen.

www.bundesverband-finanzdienstleistung.de

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