Luana AG insolvent – Anleihegläubigern drohen hohe Verluste
Die Luana AG ist insolvent. Das Amtsgericht Schwarzenbek hat am 23. Dezember 2025 das vorläufige Insolvenzverfahren über das Unternehmen eröffnet. Anleger der Luana-Anleihe müssen nun mit erheblichen finanziellen Verlusten rechnen.
Betroffen ist vor allem die 2019 begebene Unternehmensanleihe (ISIN: DE000A2YPES6) mit einem Volumen aus einer fünfjährigen Laufzeit und einem Zinssatz von fünf Prozent. Die Rückzahlung war für Oktober 2024 vorgesehen, wurde jedoch mehrfach verschoben. Nach dem Insolvenzantrag gilt eine vollständige Rückzahlung als äußerst unwahrscheinlich.
Auch Investoren der erst im Februar 2025 emittierten Anleihe „9,5 % crbn changer IHS 2025/2030“ (ISIN: DE000A4DE917), die sich an institutionelle Anleger richtet, sind von der Insolvenz betroffen. Das Papier läuft regulär bis 2030.
Sollte das Insolvenzverfahren eröffnet werden, können Anleger ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden. Marcel Seifert von der Stuttgarter Kanzlei Brüllmann Rechtsanwälte GBR rechnet jedoch nur mit geringen Quoten. Unabhängig davon könnten Schadenersatzansprüche bestehen, etwa gegen Anlageberater oder Vermittler bei unzureichender Risikoaufklärung.
Bereits zuvor hatte es Probleme im Unternehmensumfeld gegeben. Über die Schwesterfirma Luana Energy GmbH wurde im Oktober 2025 ein Insolvenzverfahren eröffnet. Auch bei weiteren Energieprojekten des Konzerns wurden zuletzt Zinszahlungen ausgesetzt. (DFPA/abg)
Die Luana AG gehört zur 2008 in Hamburg gegründeten Luana Group und hat ihren Schwerpunkt auf der ökologischen Energieversorgung. Die operativen Kernkompetenzen der Luana AG sind die Entwicklung, die Planung, der Bau sowie der laufende Betrieb von Energiesystemen in Großprojekten und Immobilienportfolios. Die Projekte – vor allem in den Bereichen Photovoltaik, Wärmepumpen, Ladeinfrastruktur oder Blockheizkraftwerke – werden alle aus einer Hand umgesetzt.