Reform der privaten Altersvorsorge: BVK warnt vor Qualitätsverlust
Gestern (4. März 2026) tagte der Finanzausschuss des Bundestages zur Reform der privaten Altersvorsorge. Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) unterstützt zwar das politische Vorhaben, sieht in der aktuellen Reformfassung jedoch erhebliche Risiken.
Ein zentraler Kritikpunkt des BVK betrifft die geplanten standardisierten Vorsorgeprodukte, die ohne verpflichtende Beratung auskommen sollen. Nach Einschätzung des BVK widerspricht das nicht nur den Vorgaben des Versicherungsvertragsgesetzes, sondern birgt auch hohe Risiken für Verbraucher. Denn Altersvorsorge sei ein komplexes Thema, das langfristige Entscheidungen erfordere und bei der eine qualifizierte Beratung unabdingbar sei. Ohne fachkundige Unterstützung drohten Verbrauchern Fehlentscheidungen und eine unzureichende Absicherung.
Scharf kritisiert der Verband zudem den vorgesehenen Kostendeckel von 1,5 Prozent für Abschlusskosten. „Dieser Eingriff in die Produktgestaltung setzt falsche Anreize, wird die Vielfalt des Marktes einschränken und Produktinnovationen erschweren“, sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz. „Vor allem aber kann eine qualifizierte Beratung unter solch engen Kostenrestriktionen kaum gewährleistet werden.“
Der BVK fordert die Bundestagsabgeordneten daher auf, die Reform im parlamentarischen Prozess grundlegend zu überarbeiten. Die Parlamentarier einigten sich in der Sitzung des Finanzausschusses darauf, am 16. März eine öffentliche Anhörung von Experten zum Altersvorsorgereformgesetz durchzuführen. Der BVK wird am selben Tag vorab in Berlin eine Podiumsdiskussion mit Bundestagsabgeordneten, BVK-Präsident Michael H. Heinz, Prof. Dr. Matthias Beenken (FH Dortmund) und Dr. Peter Schwark (Deutsches Institut für Altersvorsorge) durchführen. (DFPA/mb)
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK) ist Berufsvertretung und Unternehmerverband der selbstständigen Versicherungs- und Bausparkaufleute in Deutschland.