Die Finanzminister der sechs größten Volkswirtschaften der Europäischen Union haben sich auf eine gemeinsame Position zur Vertiefung der europäischen Kapitalmarktunion verständigt. Mit der Einigung zum Marktintegrations- und Aufsichtspaket (MISP) sollen die laufenden Verhandlungen auf EU-Ebene beschleunigt werden.
Bei einem Treffen in Berlin haben sich die Finanzminister aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen und Spanien auf gemeinsame Schritte zur Stärkung der europäischen Kapitalmärkte geeinigt. Gastgeber war Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, der gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Roland Lescure die Initiative vorangetrieben hatte.
Im Mittelpunkt der Beratungen stand das Marktintegrations- und Aufsichtspaket (MISP), das als zentraler Baustein der europäischen Kapitalmarktunion gilt. Ziel ist es, die Kapitalmärkte innerhalb der EU stärker zu integrieren, die Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen zu verbessern und die Fragmentierung des Binnenmarkts zu verringern.
Klingbeil betonte, Europa müsse im internationalen Wettbewerb mit den USA und China deutlich schneller handeln. Die Kapitalmarktunion könne zusätzliche Investitionen mobilisieren und damit Innovation, Wachstum und Beschäftigung fördern. Die Einigung der sechs größten Volkswirtschaften sende ein wichtiges Signal für mehr wirtschaftliche Handlungsfähigkeit und Souveränität der Europäischen Union.
Neben der Kapitalmarktunion diskutierten die Minister weitere strategische Themen. Dazu zählen die Stärkung der internationalen Rolle des Euro, der Aufbau europäischer Zahlungssysteme einschließlich eines digitalen Euro, eine engere Abstimmung bei Verteidigungsinvestitionen sowie eine koordinierte Sicherung kritischer Rohstoffe durch gemeinsame Beschaffung, Notfallreserven und internationale Handelspartnerschaften.
Mit der gemeinsamen Position wollen die sechs Staaten den Verhandlungen im EU-Rat zusätzlichen Schub verleihen. Das MISP gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer vollendeten Kapitalmarktunion und soll dazu beitragen, mehr privates Kapital für Investitionen innerhalb Europas zu mobilisieren. DFPA/abg)
Hier finden Sie die gemeinsame Position der E6-Minister.
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