Verschärfte Sanktionsregeln erhöhen Druck auf Unternehmen

Neue europäische Vorgaben verschärfen die Anforderungen an die Sanktions-Compliance in Deutschland. Auch Unternehmen der Finanzbranche müssen laut London Stock Exchange Group Sanktionen künftig schneller erkennen und umsetzen.

Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie 2024/1226 sind die Anforderungen an die Einhaltung von Sanktionen in Deutschland deutlich gestiegen. Nach Angaben der LSEG Risk Intelligence wurden das Außenwirtschaftsgesetz und die Außenwirtschaftsverordnung verschärft, wodurch Verstöße zunehmend strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen können.

Für Unternehmen rückt damit die Geschwindigkeit bei der Umsetzung neuer Sanktionen in den Mittelpunkt. Während viele Organisationen weiterhin auf periodische Datenaktualisierungen und klassische Listenabgleiche setzen, verlangen die neuen Vorgaben eine möglichst unmittelbare Reaktion auf Änderungen von Sanktionslisten.

Zugleich reicht die Prüfung gelisteter Personen oder Unternehmen allein nach Einschätzung von Fachleuten nicht mehr aus. Risiken entstehen zunehmend durch indirekte Beteiligungs-, Eigentums- oder Kontrollstrukturen, die hinter Unternehmen stehen. Diese Verbindungen müssten schnell und nachvollziehbar identifiziert werden, um regulatorischen Anforderungen zu entsprechen.

Damit wandelt sich Sanktions-Compliance von einer reinen Screening-Aufgabe zu einer Frage der operativen Handlungsfähigkeit. Entscheidend sei nicht nur, potenzielle Treffer zu erkennen, sondern diese rechtzeitig einzuordnen und geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Als Reaktion auf die verschärften Anforderungen setzt die Branche verstärkt auf Datenlösungen mit nahezu Echtzeit-Aktualisierung. Anbieter von Compliance- und Risikomanagementsystemen integrieren zunehmend Informationen zu Eigentümer- und Kontrollstrukturen, um Unternehmen eine umfassendere Risikobewertung zu ermöglichen.

Nach Einschätzung der britischen Experten wird die Verfügbarkeit aktueller Sanktionsdaten künftig zu einer zentralen Voraussetzung, um regulatorische Vorgaben einzuhalten und Haftungsrisiken zu begrenzen. Unternehmen seien daher gefordert, ihre bestehenden Kontroll- und Überwachungssysteme an die neuen Anforderungen anzupassen. (DFPA/abg)

Die LSEG (London Stock Exchange Group) ist ein Anbieter von Infrastruktur für Finanzmärkte sowie von Finanzdaten, Analysen, Nachrichten- und Indexlösungen. Das Unternehmen betreut nach eigenen Angaben mehr als 44.000 Kunden in über 170 Ländern und unterstützt Marktteilnehmer entlang des gesamten Handels- und Kapitalmarktprozesses von Anlageentscheidungen über die Handelsabwicklung bis hin zu Kapitalbeschaffung, Clearing und Optimierung. LSEG beschäftigt weltweit mehr als 26.000 Mitarbeiter in 65 Ländern.

https://www.lseg.com/

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