Traditionell setzen US-Amerikaner beim Wohnen auf das Eigenheim, doch hohe Kaufpreise und Hypothekenzinsen steigern die Nachfrage nach Mietwohnungen. Ein Trend, der besonders im Südosten der USA zu beobachten ist und Investoren auch unter der neuen Trump-Administration gute Perspektiven bietet.
Traditionell setzen US-Amerikaner beim Wohnen auf das Eigenheim, doch hohe Kaufpreise und Hypothekenzinsen steigern die Nachfrage nach Mietwohnungen. Ein Trend, der besonders im Südosten der USA zu beobachten ist und Investoren auch unter der neuen Trump-Administration gute Perspektiven bietet.
Für die Mittelschicht der USA wird es immer schwerer, Wohneigentum zu erwerben. Einer Analyse des Immobilienportals Zillow zufolge müssten potenzielle Hausbesitzer jährlich mehr als 106.000 US-Dollar verdienen, um ein Einfamilienhaus zu kaufen. Im Vergleich zu 2020 ist das eine Steigerung um 80 Prozent. Die Folge: US-Amerikaner wohnen länger zur Miete. Für Investoren ergeben sich dadurch gute Perspektiven – besonders auf dem Multi-Family-Sektor im wirtschaftsstarken Sun Belt.
Als Sun Belt werden die 15 Bundesstaaten bezeichnet, die sich südlich des 37. Breitengrades befindet. Dort leben rund 45 Prozent der US-Amerikaner, 2030 sollen es 55 Prozent sein. In Städten wie Jacksonville, Nashville oder Orlando haben sich Unternehmen aus Wachstumsbranchen angesiedelt, die Jobchancen sind sehr gut. Zudem bieten die Städte nicht nur ein wärmeres Klima, sondern auch einen höheren Lebensstandard und niedrigere Lebenshaltungskosten als im Norden. Das anhaltende Bevölkerungswachstum treibt die Nachfrage nach Mietwohnungen in Multi-Family-Objekten an, die steigenden Kosten für Wohneigentum tun ihr Übriges. Daher liegt die Eigentumsquote in den Sun-Belt-Metropolen mit 50 bis 60 Prozent unter dem nationalen Durchschnitt von 65 Prozent.
Durch die hohe Nachfrage sind die Mietpreise für Wohnungen seit 2020 um rund 18 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu den Preissteigerungen bei Immobilienkäufen um rund 45 Prozent fallen die Mietpreissteigerungen jedoch moderat aus. Doch das Angebot an verfügbaren Wohnungen kann den Bedarf nicht decken, da der Wohnungsneubau seit 2010 trotz gestiegener Nachfrage und erhöhter Fertigstellungen in den Jahren 2023 und 2024 deutlich hinter der Bildung neuer Haushalte zurückbleibt.
Trotz sinkender Projektvolumina verzeichnete der Südosten 2023 das höchste Transaktionsvolumen und die höchste Rendite im gesamten Multi-Family-Segment der USA. Obwohl die Zahlen noch hinter den Ergebnissen von 2021 liegen, könnten sinkende Leerstände und steigende Mieten die Marktaktivitäten in den kommenden Monaten weiter ankurbeln. Die geringe Bautätigkeit dürfte zudem die Wohnungsmieten weiter steigen lassen, denn es nicht davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Mietwohnungen zurückgeht.
Das Multi-Family-Segment im Sun Belt bleibt für Investoren attraktiv – auch nach dem Amtsantritt der neuen Trump-Administration, durch die sich die Perspektiven auf dem US-Mietwohnungsmarkt nicht ändern werden. Dazu trägt auch bei, dass die Zahl der Haushalte, die grundsätzlich kaufen könnten, aber aus Lifestyle-Gründen bewusst mieten wollen, jährlich um etwa zehn Prozent wächst.
[nbsp]
Der Beitrag ist zuerst im Schwerpunkt US-Immobilien in EXXECNEWS Ausgabe 03-2025 erschienen.
Pepijn Morshuis ist seit 2015 CEO der Trei Real Estate. Der Fokus der hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Unternehmensgruppe Tengelmann liegt auf Immobilieninvestitionen und -entwicklungen in Deutschland, Polen und den USA. Neben Assets under Management von rund 1,3 Milliarden Euro hat die Trei Real Estate Projektentwicklungen von rund 1,7 Milliarden Euro in der Pipeline.