Spätestens während der Pandemie, als digitale Kommunikation häufig die einzige Möglichkeit war, wurde deutlich, wie essenziell digitale Infrastruktur für die öffentliche Daseinsvorsorge ist. Mit dem rasant steigenden Datenverkehr, dem Durchbruch von KI-Anwendungen und dem Ausbau von Cloud-Lösungen wächst der Bedarf an Funktürmen, Glasfasernetzen und Rechenzentren.
Spätestens während der Pandemie, als digitale Kommunikation häufig die einzige Möglichkeit war, wurde deutlich, wie essenziell digitale Infrastruktur für die öffentliche Daseinsvorsorge ist. Mit dem rasant steigenden Datenverkehr, dem Durchbruch von KI-Anwendungen und dem Ausbau von Cloud-Lösungen wächst der Bedarf an Funktürmen, Glasfasernetzen und Rechenzentren.
Seit der Einführung im Jahr 2019 gilt 5G, die fünfte Generation des Mobilfunkstandards, als neuer Standard für einen vernetzten Alltag. Eine zentrale Voraussetzung hierfür sind Mobilfunkmasten, von denen es zunehmend mehr braucht. Allein um die volle 5G- und Gigabit-Abdeckung innerhalb der EU zu realisieren, wird ein Investitionsbedarf von mehr als 200 Milliarden Euro erwartet – eine Mammutaufgabe mit enormem infrastrukturellem Aufwand. In Kombination mit dem Glasfasernetz können zudem anfallende Datenmengen, die in den letzten Jahren bereits erheblich gestiegen sind, besser verarbeitet werden.
In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der Internetnutzer weltweit mehr als verdoppelt, während der globale Internetverkehr um das Zwanzigfache stieg. In einigen Ländern Europas und besonders in ländlicheren Regionen ist die Verfügbarkeit von Highspeed-Breitband jedoch immer noch nicht ausreichend. Fest steht aber, dass das Kupferkabel mit seiner Lebensdauer von circa 60 bis 70 Jahren durch Glasfaser – mit einem bedeutend geringeren Stromverbrauch – ersetzt werden muss, um den heutigen Erfordernissen gerecht zu werden. Deutschland hat in den letzten Jahren einen großen Schritt nach vorne beim Ausbau mit Glasfaser gemacht: Die Glasfaserausbauquote („Homes passed“) lag Ende 2024 bei 48,8 Prozent (22,5 Millionen), ein Zuwachs von circa neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch liegt Deutschland in Bezug auf die Glasfaserbreitbandanschlüsse mit circa zwölf Prozent immer noch weit unter dem OECD-Durchschnitt.
Laut Statista nutzen rund 17 Prozent der Befragten in Deutschland einmal am Tag ChatGPT. Schätzungen gehen davon aus, dass KI sowie darauf basierende Tools und Cloud-Lösungen bis 2030 eine jährliche Wachstumsrate von nahezu 40 Prozent verzeichnen werden. Um Schritt halten zu können, besteht großer Bedarf an leistungsfähigen Rechenzentren sowie deren Anbindung und Vernetzung, einschließlich der Sicherung der benötigten Stromversorgungskapazitäten. Insbesondere Hyperscaler, also Mega-Rechenzentren, die circa 5.000 Server beherbergen, sind im Fokus. Durch die zunehmende Digitalisierung entstehen weltweit neue Geschäftsmodelle und Angebote, für die es gilt, die richtigen Partner für die Umsetzung zu finden.
Digitale Infrastruktur ist die Grundlage für Zukunftstechnologien wie autonomes Fahren und Telemedizin – ohne Rechenzentren, Glasfaser und Mobilfunknetze undenkbar.
Dank planbarer technischer Strukturen und beispielsweise staatlicher Förderprogramme können bestimmte Risiken bei der Umsetzung oft gut strukturiert werden. Dennoch bleiben Herausforderungen wie regulatorische Hürden, hohe Zinsen und typische Greenfield-Risiken bestehen. Auch ESG-Kriterien spielen eine zentrale Rolle – insbesondere bei der energieintensiven Infrastruktur. Erfahrung und strategische Partnerschaften sind entscheidend für den Erfolg komplexer Projekte – denn KI allein reicht dafür (noch) nicht aus.
Benjamin Walter ist Senior Portfolio Manager Infrastructure Debt bei Allianz Global Investors GmbH,München.
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Der Beitrag ist zuerst im im EXXECNEWS Schwerpunkt Infrastruktur erschienen.