Das Investmentvolumen auf den deutschen Wohn-Investmentmärkten konnte gegenüber dem Vorjahr signifikant zulegen. Bundesweit wurden in den ersten drei Quartalen 5,9 Milliarden Euro in größere Wohnungsbestände (ab 30 Wohneinheiten) investiert. Damit wurde der langjährige Durchschnitt zwar um 51 Prozent unterschritten, das Vorjahresergebnis allerdings um 50 Prozent übertroffen und zum dritten Quartal bereits das Gesamtvolumen von 2023 erzielt.
Das Investmentvolumen auf den deutschen Wohn-Investmentmärkten konnte gegenüber dem Vorjahr signifikant zulegen. Bundesweit wurden in den ersten drei Quartalen 5,9 Milliarden Euro in größere Wohnungsbestände (ab 30 Wohneinheiten) investiert. Damit wurde der langjährige Durchschnitt zwar um 51 Prozent unterschritten, das Vorjahresergebnis allerdings um 50 Prozent übertroffen und zum dritten Quartal bereits das Gesamtvolumen von 2023 erzielt.
Darüber hinaus wurden Grundstücke über gut eine halbe Milliarde Euro veräußert. Die ungebrochen hohe Nachfrage im Mietwohnungsmarkt, die anhaltend hohen Mietpreiszuwächse seit Jahresanfang insbesondere in den Top-Standorten und die bereits konsolidierten Bewertungsrelationen in Verbindung mit dem geldpolitischen Expansionskurs sprechen für einen kurz- und mittelfristig weiter an Fahrt gewinnenden deutschen Wohn-Investmentmarkt.
Obgleich der deutsche Wohn-Investmentmarkt im Vergleich zu den Vorjahren weiterhin eher kleinteilig geprägt ist, geht der Trend seit Jahresanfang wieder zu im Durchschnitt höheren Investmentvolumina je Transaktion. Entgegen den vergangenen Quartalen kommt US-amerikanisches Kapital nach den ersten neun Monaten nicht mehr auf einen überdurchschnittlichen Marktanteil. Hingegen notiert der Anteil des asiatischen Kapitals mit vier Prozent über dem langjährigen Durchschnitt. Deutsches Kapital trägt mit rund 84 Prozent zum Umsatz auf dem deutschen Wohn-Investmentmarkt bei (Zehnjahresdurchschnitt: 75 Prozent) und dominiert damit deutlich stärker als in den Vorjahren den Markt.
Nach wie vor ist eine veränderte Struktur der Käufergruppen gegenüber den Vorjahren zu beobachten. Die öffentliche Hand ist mit einem Marktanteil von 25 Prozent die mit Abstand stärkste Käufergruppe. Investment-/Asset Manager können in den ersten neun Monaten mit rund 900 Millionen Euro den zweiten Platz im Käufergruppenranking für sich verbuchen. Auffällig ist, dass Immobilien AGs/REITs mit einem Umsatzanteil von elf Prozent wieder etwas stärker auf der Käuferseite in Erscheinung treten. Auch Family Offices verbuchen wieder Marktanteilsgewinne und tragen neun Prozent zum Umsatz bei.
Weiterhin ist das solide Investmentumfeld der A-Städte stark nachgefragt. Besonders die Bundeshauptstadt setzt mit dem höchsten je gemessenen Umsatzanteil (39 Prozent) beziehungsweise einem Investmentvolumen von 2,3 Milliarden Euro ein starkes Ausrufezeichen.
Der Anstieg an abgeschlossenen Transaktionen im Allgemeinen und im großvolumigen Segment im Besonderen sowie das wiedergekehrte Investoreninteresse im Value Add-Bereich belegen das Auslaufen der Konsolidierungs- und Preisfindungsphase. Ebenso haben sich die Fundamentaldaten weiter verbessert. Schon in den letzten Monaten wurde deutlich, dass neben fertiggestelltem Neubau bereits auch wieder Forward Deals zum Abschluss kommen. Die zuletzt unter die von der EZB avisierte Zwei-Prozent-Zielmarke und auf den niedrigsten Stand seit gut dreieinhalb Jahren gesunkene Inflation im Euroraum erhöhen die Wahrscheinlichkeit von weiteren Zinssenkungen. Dies dürfte 2025 zu einer besseren Planbarkeit in der Fremdkapitalbeschaffung und zur weiteren Reduktion der Kapitalkosten beitragen.
Christoph Meszelinsky ist Geschäftsführer und Head of Residential Investment der BNP Paribas Real Estate GmbH. Das international tätige Immobilienberatungsunternehmen BNP Paribas Real Estate S.A.S. (BNPPRE) ist eine Tochtergesellschaft der französischen Großbank BNP Paribas.
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