Das Emissions-Barometer Q1/2026 „Geschlossener Publikums-AIF hat Zukunft“
Für geschlossene Publikums-AIF brachte das vergangene Jahr einen ziemlichen Dämpfer, so die Ratingagentur Scope: Gerade zehn AIF wurden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) neu zum Vertrieb zugelassen – zehn Fonds weniger als im Jahr zuvor. Das platzierte Eigenkapital lag mit 23 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. 2026 wurde bislang gerade ein AIF neu zugelassen – Mitte Januar der „Hahn Pluswertfonds 185“ der Hahn-Gruppe aus Bergisch Gladbach. Dieser war mit einem Eigenkapital von rund 32,5 Millionen Euro dann bereits Anfang April vollständig platziert.
Thema 1: Wie die aktuelle Stimmung am AIF-Markt sei, fragte EXXECNEWS Produktanbieter und Vertriebsgesellschaften: Dominieren Bären mit Blick auf das vergangene Jahr oder Bullen, die auf Platzierungserfolge verweisen? Alternative Anlageformen drängen auf den Markt. Hat der AIF noch eine Zukunft?
Sowohl von der Emittenten- als auch der Vertriebsseite fiel die Antwort eindeutig aus: Ja, selbstverständlich hat der geschlossene Publikums-AIF eine Zukunft.
Mit wenigen Worten bringt es Jörg Busboom, Vorstandsvorsitzender der Ökorenta Invest AG, auf den Punkt: „AIFs bleiben aus meiner Sicht ein absolut wichtiger Baustein.“ Dem kann Sven Mückenheim, Vertriebsgeschäftsführer der Dr. Peters Group, nur zustimmen: „Aus der Sicht eines Emittenten ist der AIF auch weiterhin das Vehikel der Wahl. Er ist etabliert und passt mit seiner Struktur gut zu einer langlaufenden Sachwertanlage.“ Martin Ebben, Leiter Vertrieb bei der asuco Vertriebs GmbH, die in AIF auf dem Zweitmarkt investiert, ergänzt: „Der AIF hat definitiv eine relevante Zukunft. Sachwerte sollten immer als längerfristige Beimischung in einem Portfolio betrachtet werden.“ Auch Volker Arndt, Geschäftsführer der US Treuhand Verwaltungsgesellschaft für US-Immobilienfonds mbH, ist überzeugt vom AIF: „Wir glauben schon, dass der klassische AIF, wie unser Haus ihn konzipiert, eine Zukunft hat und dies auch bei Privatanlegern.“
„Unsere Kunden signalisieren uns, dass für ihre Anlageentscheidung weniger die Produktform als vielmehr die sorgfältige Auswahl der Zielobjekte sowie ein nachhaltiges Investment- und Asset Management ausschlaggebend sind. Ein überzeugender Track Record und eine belastbare Historie schaffen dabei die notwendige Transparenz und Vertrauen“, sagt Paschalis Christodoulidis, Prokurist und Leiter Vertrieb der Hahn AG: „Der regulierte Alternative Investmentfonds (AIF) bietet uns weiterhin sehr gute Rahmenbedingungen, um erfolgreiche Investmentprodukte für unsere Kunden zu konzipieren. Deshalb halten wir an dieser Struktur fest.“
„AIF waren in der Vergangenheit vor allem für institutionelle Investoren ein etabliertes und gut verständliches Investmentvehikel. In diesem Segment sehen wir weiterhin ihre Berechtigung, insbesondere in Form von Club Deals“, meint Oliver Lang, Leading Expert Business Development Sales der HEP Vertrieb GmbH: „Mit der ELTIF-Reform hat sich der Zugang zu alternativen Anlageklassen jedoch deutlich erweitert – insbesondere für Privatanleger.“
„Aus unserer Sicht hat die Investmentkommanditgesellschaft als eine Form des AIF immer noch ihre Berechtigung, insbesondere bei fokussierten Investitionsstrategien mit kleineren bis mittelgroßen Immobilienportfolios. Auch aus Anlegersicht bietet dieses Vehikel viele Vorteile“, meint Fabian Spindler, Geschäftsführer der Jamestown US-Immobilien GmbH: „Die Zurückhaltung bei der Auflegung neuer Produkte liegt aus unserer Sicht eher daran, dass die Immobilie als Assetklasse aktuell bei Anlegern weniger stark nachgefragt wird. Immobilien gehören aber nach wie vor in jedes gut diversifizierte Anlegerportfolio. Mit Blick auf die größtenteils erfolgte Preiskorrektur wird das Interesse sicherlich sukzessive wieder zunehmen. Dies gilt vor allem für langfristig orientierte Anleger und Anlagemöglichkeiten in der Aufbauphase, mit denen der Anleger von dem aktuellen Preisniveau profitieren kann.“
Nico Auel, Vorstand bei der Munich Private Equity AG, sieht einen Wandel am Markt: „Der oft zitierte Marktrückgang betrifft nur einen Teil der Branche und sagt wenig über den Gesamtmarkt aus. Von einem Bedeutungsverlust des AIF möchte ich nicht sprechen. Vielmehr erleben wir eine strukturelle Weiterentwicklung der Private Markets.“ Eindeutig auch Dieter Lahner, Geschäftsführer der WIDe-Gruppe: „Der AIF hat aus unserer Sicht klar eine Zukunft – allerdings deutlich selektiver als in der Vergangenheit. Der Markt verlangt heute nachvollziehbare Strategien, reale Assets, konservative Strukturen und vor allem ein Management, das operativ liefern kann. Genau darin liegt weiterhin die Stärke des regulierten Publikums-AIF.“
Für Radja Reichert, Head of Sales bei Habona Invest, ist der Rückgang der Emissionen von geschlossenen Publikums-AIF „weniger ein strukturelles Problem des Produkts, sondern vielmehr Ausdruck der allgemeinen Marktunsicherheit sowie regulatorischer und vertrieblicher Rahmenbedingungen.“ Er ergänzt: „Der AIF bleibt insbesondere für langfristige Sachwertinvestments mit planbaren Cashflows ein sehr geeignetes Vehikel. Gleichzeitig sehen wir, dass alternative Strukturen wie ELTIF 2.0 an Bedeutung gewinnen könnten, insbesondere im Hinblick auf eine breitere Anlegeransprache.“
Dr. Frank Ulbricht, Vorstand der BCA AG und Vorstandsvorsitzender der BfV Bank für Vermögen AG, meint: „Der Rückgang bei AIF-Neuzulassungen ist aus unserer Sicht eine Marktbereinigung, kein Ende des Produkttyps. AIF bleiben vor allem für institutionelle Investoren relevant.“ Alexander Lehmann, Vorstand Marketing & Vertrieb bei der FondsKonzept AG, ergänzt: „Alternative Investmentfonds bleiben eine sinnvolle Ergänzung zu den klassischen Wertpapierfonds, wenn sie selektiv und als längerfristiges Investment eingesetzt werden. Darüber hinaus punkten sie als Sachwerte in Zeiten steigender Inflation. Es kommt vor allem auf die Qualität des Projektes und die Kostenstruktur an. Eine umfassende Prüfung durch unsere Plattformpartner wie beispielsweise efonds24 und auf AIF spezialisierte Makler trennt hier die Spreu vom Weizen.“
Andreas Schilling, geschäftsführender Gesellschafter der HW HanseInvest GmbH, sagt: „Der AIF war bisher ein gängiges und dem Kunden gut vermittelbares Anlagevehikel. Er macht jedoch derzeit schwere Zeiten durch: wenig Emissionen, geringe Nachfrage seitens der Vertriebe und aufsichtsrechtliche Hürden wohin man schaut. Das ist die aktuelle Wahrheit. Zu der Wahrheit gehört aber auch, dass der AIF nur eine Hülle, eine Verpackung ist.“
„Trotz des derzeit schwachen Marktumfeldes sehen wir weiterhin eine klare Zukunft für den AIF“, meint Axel Hermann, Prokurist der Hörtkorn Finanzen GmbH: „ Gerade als Marktführer erleben wir nach wie vor eine starke Nachfrage nach Investments, die in der regulierten und transparenten Struktur eines AIF angeboten werden. Diese Verpackung bietet viele Besonderheiten und Vorteile. Entscheidend ist jedoch, dass qualitativ hochwertige Assets in die AIF eingebracht werden.“ Felix Knaak, Produktmanager Geschlossene Beteiligungen und Kapitalanlagen sowie Referent Vertriebsrecht bei Plansecur, erkennt eine Marktkonsolidierung: „Der Markt für geschlossene AIF befindet sich aktuell in einer Phase der Konsolidierung. Das Angebot ist zurückgegangen und Anleger reagieren zurückhaltender. Dennoch hat der geschlossene AIF weiterhin seine Berechtigung – insbesondere bei langfristigen, illiquiden Sachwertinvestments.“
Thema 2: Geschlossene Publikums-AIF stehen in Konkurrenz zu anderen Anlageformen wie ELTIFs (European Long Term Investment Funds) oder Anleihen. Direktanlagen und Spezial-AIF, alternative Investmentfonds für institutionelle Anleger, werden vermehrt angeboten. Zeichnet sich da ein neuer Trend ab?
„Für uns ist der Trend ganz klar: Privatanleger profitieren mit unseren Anleihen von einer festen Verzinsung, die wir halbjährlich auszahlen, und einer mittelfristigen Laufzeit“, sagt Sven Jessen, Leiter Vertrieb der reconcept GmbH: „Weitere Vorteile einer Investition in ein reguliertes Wertpapier ist die Depotfähigkeit und selbstverständlich die Liquidität, die ein börsennotierter Bond mit sich bringt.“
Auch Sven Mückenheim sieht die Marktvorteile anderer Anlageformen: „Viele Anleger, vor allem jüngere, teilen die Begeisterung für AIF nicht. Sie empfinden den AIF als zu sperrig. Wer kann es ihnen verdenken? Während man über Online-Broker ganz leicht und fast in Sekundenschnelle Aktien- und Anleihe-Investments tätigen kann, kommen wir beim AIF mit einem mehrseitigen Zeichnungsschein, aufwendigen Dokumentationspflichten und mehreren Unterschriften. Auch für die Akquise neuer Vertriebspartner ist der AIF zu sperrig. Wo wir neben dem AIF eine sachwertbasierte Anleihe etabliert haben, kommen wir schneller an neue Vertriebswege. Psychologisch sehen wir zudem: Laufzeiten über zehn Jahre sind im Vertrieb ein Hemmnis.“
Jörg Busboom sieht die Marktveränderungen zurückhaltend: „ELTIFs werden für bestimmte Vertriebswege wichtiger werden – beispielsweise bei Banken. Für Anleihen sehe ich das nicht.“ Marin Ebben urteilt pragmatisch:„Letztendlich ist der ELTIF auch ein AIF, nur um zusätzliche Konzeptionsmerkmale erweitert. Oft sind diese Zusatzaspekte, wie eine (teilweise) Rückgabemöglichkeit durch die Anleger, bei Sachwertinvestments schwer zu implementieren.“ Oliver Lang erwartet eine wachsende Bedeutung der ELTIFs: „Vor dem Hintergrund der aktuellen Unsicherheiten an den Kapitalmärkten gehen wir davon aus, dass insbesondere regulierte, transparente und breit diversifizierte Produkte wie der ELTIF weiter an Bedeutung gewinnen werden.“
Positiv schätzt Nico Auel die Marktveränderungen ein: „Der Gesamtmarkt der AIF ist dank der ELTIF-Novelle stark gewachsen. Wir haben ein Wachstum bei Anbietern, Produkten und investiertem Kapital gesehen. Anbieter, die bislang nur institutionelle Investoren adressiert haben, gehen nun auf Privatanleger zu. Der Gesamtmarkt hat sich also geöffnet – und das bewerten wir positiv, denn von der Aufmerksamkeit und dem Wachstum können auch wir, die wir aus der klassischen Sachwertbranche kommen, profitieren.“
„Andere Strukturen wie ELTIFs werden an Bedeutung gewinnen, ebenso institutionelle Lösungen in bestimmten Segmenten. Das bedeutet jedoch keine Verdrängung des AIF, sondern eine Marktbereinigung zugunsten qualitativ hochwertiger Produkte und erfahrener Anbieter“ meint Dieter Lahner: „Direktanlagen werden ebenfalls ihren Platz haben, stoßen aber bei Diversifikation, Zugang und Management schnell an Grenzen. Für viele Anleger bleibt der AIF daher ein zentraler Zugang zu professionell gemanagten Sachwertinvestments.“
„Am Markt ist eine kleine Verdrängung zu spüren“, meint Dr. Frank Ulbricht: „Für Privatanleger gewinnen stärker regulierte und standardisierte Produkte wie ELTIFs an Bedeutung. Direktanlagen sehen wir weiterhin als Nischenlösung für sehr vermögende Anleger.“ Auch Felix Knaak sieht Direktanlagen „eher als Nischenlösung für sehr erfahrene Anleger“ an und sagt: „Institutionelle Investoren spielen eine wachsende Rolle, verändern aber nicht grundsätzlich das Produktverständnis des Publikums-AIF.“
„Wir fokussieren uns derzeit auf Direktinvestments als Emissionsform“, sagt Andreas Schilling. Was Fondsbeteiligungen angeht, hat er eine klare Meinung: „Der ELTIF ist ein Versuch der Branche, den Rückgang an Umsätzen bei den AIF und Vermögensanlagen zu kompensieren. Kein Wunder also, dass es kaum noch neue AIF-Emissionen und dafür mehr ELTIF-Neuauflagen gibt. Ob der ELTIF am Ende der ‚bessere AIF‘ sein wird, bleibt abzuwarten. Denn schließlich ist der ELTIF ein erneuter Versuch der Branche, ein illiquides Sachwert-Asset in eine (teil-)liquide Hülle zu packen. Das hat in der Vergangenheit nicht immer funktioniert und wird auch in Zukunft seine Herausforderungen mit sich bringen.“ Und er folgert: „Der AIF ist aus unserer Sicht das ‚ehrlichere‘ Vehikel, da von vornherein dem Anleger die Langfristigkeit der Investition mit dem AIF bewusst ist. Auch wird der Anleger „vor sich selbst geschützt‘ indem Rückgaben zur Unzeit von vornherein ausgeschlossen sind und somit ein Firesale oder andere durch die Emissionsstruktur bedingte Liquiditätsengpässe vermieden werden. Für langfristig orientierte Anleger, die sich also nicht der Gefahr unkontrollierter Re-(Aktionen) ihrer Mitinvestoren aussetzen wollen, empfiehlt sich weiterhin, einen Blick auf aktuelle AIF-Emissionen zu werfen.“
Axel Hermann spricht sich deutlich gegen ELTIFs aus: „ELTIFs halte ich eher für eine Modeerscheinung. Am Ende sind sie aus meiner Sicht in Teilen eine Mogelpackung. Sie dürften mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert werden wie offene Immobilienfonds – etwa bei Liquiditätssteuerung, Renditeerwartung und Bewertung. Als Evergreen-Produkt passen sie eher in den Vertrieb von Banken und Sparkassen. Unsere Branche lebt hingegen von Emotionen, von konkreten Objekten, von Landmark-Immobilien und greifbaren Investments. Genau darin liegt die Stärke des Geschlossenen Fonds: Anleger investieren in reale, konkrete Werte, die man bildlich gesprochen ‚in die Vitrine stellen‘ kann.“
Er ergänzt: „Parallel dazu beobachten wir, dass Direktanlagen mit steuerlichen Aspekten sichtbar zunehmen. Warum? Dort gibt es kaum Regulierung, hohe Vertriebsprovisionen und häufig steuerliche Verlustzuweisungen. Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor. Institutionelle Anleger spielen ebenfalls eine Rolle, allerdings eher zyklisch und in großen Tickets. Sie investieren, ja – aber auf sie ist nicht dauerhaft Verlass. Die Verlagerung hin zu institutionellen Investoren hat im Grunde bereits vor längerer Zeit eingesetzt. Nach der Finanzkrise fand dieser Wechsel statt, auch weil im Publikumsgeschäft zu viel verbrannte Erde hinterlassen wurde. Verrückt eigentlich.“
Thema 3: Auch wenn von einem schwachen Marktumfeld mit rückläufiger Platzierung im vergangenen Jahr gesprochen wird, fragte EXXECNEWS nach den persönlichen Erfahrungen der Produktanbieter, wie bislang die Platzierung in ihrem Haus verlief und ob es Pläne für neue Produkte gibt. Trotz der Unkenrufe über einen rückläufigen AIF-Markt: Die Antworten waren durchweg positiv.
Martin Ebben richtet seinen Blick nach vorn: „Wir bleiben unserer Assetklasse – dem Zweitmarkt geschlossener Immobilienfonds mit Bezug Deutschland – weiter treu. In den nächsten Wochen rechnen wir mit einem Vertriebsstart unseres Spezial-AIF. Das angestrebte Volumen beträgt 15 Millionen Euro. Zudem hat sich der Immobilienmarkt leicht erholt. Dies wird sich mittelfristig auch positiv auf die Kurse am Zweitmarkt auswirken.“
„Wir konnten im ersten Quartal 2026 unser Platzierungsergebnis aus dem Vorjahresquartal bestätigen. Das ist ein Zeichen für Kontinuität. Geplant hatten wir jedoch mit einem besseren Ergebnis. Vor allem im Fondsvertrieb wäre eine erhöhte Dynamik wünschenswert“, berichtet Sven Mückenheim: „Im Immobiliengeschäft werden wir uns noch stärker als bislang auf depotfähige Wertpapieremissionen und steueroptimierte Fondslösungen fokussieren. Aktuell arbeiten wir an einem Nachfolger für unseren zuletzt platzierten 6b-Fonds ‚Immobilienwerte II Aschaffenburg‘. Zudem bauen wir die Assetklasse Erneuerbare Energien weiter aus und setzen auch hierbei auf steueroptimierte Konzepte – mit Sonderabschreibungsmöglichkeiten und erbschaftsteuerlicher Verschonung.“
Paschalis Christodoulidis verweist auf den schon erwähnten Platzierungserfolg des „Hahn Pluswertefonds 185“ und sagt: „Im ersten Quartal 2026 konnten wir unseren neu aufgelegten Publikums-AIF ‚Hahn Pluswertfonds 185 – Fachmarktzentrum Mannheim‘ erfolgreich platzieren. Innerhalb von nur zwei Monaten wurden insgesamt rund 32,5 Millionen Euro Eigenkapital inklusive Agio bei qualifizierten Privatanlegern und Stiftungen eingeworben. Vor diesem Hintergrund sind wir mit dem Verlauf des ersten Quartals sehr zufrieden. Der nächste Pluswertfonds befindet sich bereits in Vorbereitung; der Vertriebsstart ist für Ende des zweiten Quartals 2026 geplant.“
„Wir sind Mitte Dezember mit unserem ersten Europafonds in den Vertrieb gestartet. Der Fonds zeigt bisher – unter Berücksichtigung der aktuellen angespannten politischen Herausforderungen– recht positive Resonanz. Im Laufe des Jahres werden wir mehr zum Platzierungsverlauf sagen können“, sagt Fabian Spindler: „Wir konzentrieren uns vorerst auf den Europafonds und rechnen damit insgesamt 25 bis 50 Millionen Euro zu platzieren. Aktuell planen wir in diesem Jahr mit unserem nächsten USA-Fonds, dem ‚Jamestown 33‘, in den Vertrieb zu starten. Der Fonds wird ein klassischer Jamestown US-Vermietungsfonds mit Fokus auf vermietete Bestandsimmobilien in etablierten, urbanen Lagen, laufende Mieterträge und aktives Asset‑Management sein.“
Auch Oliver Lang zeigt sich zufrieden: „In den vergangenen Monaten lag unser Fokus insbesondere auf IAB-fähigen Direktinvestments in Solar-Parzellen unserer deutschen Projekte. Hier sind wir mit dem Platzierungsverlauf sehr zufrieden. Beim ‚hep solar Invest ELTIF‘ haben wir die Zeit gezielt genutzt, um zusätzliche Plattformen und Vertriebspartner anzubinden.“ Er ergänzt: „Für die kommenden Monate liegt unser Fokus darauf, die vorhandenen Angebote weiter zu skalieren und deren Platzierung konsequent voranzutreiben.“
„Unser aktueller Fonds verzeichnet den stärksten Platzierungsauftakt in der Geschichte von Habona. Wir sind daher mit dem Platzierungsverlauf im ersten Quartal 2026 sehr zufrieden“, meint Radia Reichert: „Für die kommenden Monate liegt unser Fokus klar auf der weiteren Platzierung unseres aktuellen Fonds sowie dem Ausbau unserer Ankaufspipeline. Dabei beobachten wir sowohl klassische AIF-Strukturen als auch alternative regulatorische Rahmen wie beispielsweise ELTIF 2.0. Für den Bereich der Nahversorgungsimmobilien erwarten wir eine weiterhin stabile bis leicht positive Entwicklung.“
„Der nahezu unterbrechungsfreie Vertriebsstart unseres neuen Publikumsfonds ‚Ökorenta Erneuerbare Energien 16‘ nach Schließung des Vorgängerfonds hat uns ein umsatzstarkes erstes Quartal 2026 beschert“, sagt Jörg Busboom: „Wir verzeichnen aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage eine spürbare Nachfrage. Zudem überzeugen die aktuell außergewöhnlich günstigen Einkaufsbedingungen für Assets Vertriebspartner wie Kunden. Daher blicken wir ebenso optimistisch in das nächste Quartal. Neben dem aufgelegten ‚Ökorenta Erneuerbare Energien 16‘ befinden sich aktuell zwei Spezial-AIF mit jeweils etwa 20 Millionen Euro Eigenkapital in der Planung – wir erwarten den Platzierungsstart im zweiten Quartal.“
„Wir sind sehr zufrieden mit dem Start ins neue Jahr. Bei unserem Flaggschifffonds ‚MPE International 9‘ liegen wir weiterhin deutlich über dem Platzierungsstand seines Vorgängerfonds zum gleichen Zeitpunkt – ein klares Signal dafür, dass das Interesse grundsätzlich zugenommen hat. Das bestärkt uns in unserer Arbeit und zeigt, dass die Anlageklasse auch in einem anspruchsvollen Umfeld gut angenommen wird“, berichtet Nico Auel: „Derzeit sind wir mit zwei Private‑Equity‑Dachfonds für Privatanleger im Vertrieb. Der ‚MPE International 9‘ investiert global im Lower‑Mid‑Market mit Schwerpunkten in Nordamerika und Europa. Rückflüsse werden zunächst wiederangelegt. Der ‚MPE Mid Market Private Equity ELTIF‘ ist ebenfalls im Lower‑Mid‑Market aktiv, allerdings mit einem klaren Fokus auf Europa. Bei diesem Fonds werden Rückflüsse nicht reinvestiert. Dieser Fonds ist noch bis zum 30.6.2026 investierbar.“
„reconcept ist sehr zufrieden mit dem Platzierungsverlauf im ersten Quartal 2026: Wir haben das Emissionsvolumen unserer Batteriespeicher-Anleihe ‚reconcept EnergieDepot Deutschland I‘ erneut erhöhen können, um unsere wachsende Pipeline in diesem Segment zu finanzieren. Die Anleihe wurde kürzlich mit einem Volumen von 10,75 Millionen Euro vollplatziert“, sagt Sven Jessen: „Erfreulich ist auch die Entwicklung unseres Green Bonds ‚reconcept Green Global Energy Bond II‘, der bereits zu über 90 Prozent des aktuell vorgesehenen Emissionsvolumens in Höhe von zehn Millionen Euro platziert ist. Der Netto-Emissionserlös fließt in den Ausbau unserer internationalen Projektentwicklungs-Pipeline.“
Sven Jessen weiter: „Wir werden Anlegenden weiterhin grüne Anleihen anbieten und damit die Möglichkeit, fest verzinst in Erneuerbare Energien beziehungsweise unsere Projektentwicklung von Solar- und Windparks sowie Batteriespeicherlösungen zu investieren, bei fest definierten mittelfristigen Laufzeiten. Beides sehen viele unserer Kunden als klaren Vorteil gegenüber einer unternehmerischen, in der Regel mit zehn, 15 und mehr Jahren sehr langläufigen KG-Beteiligung oder eines ELTIF.“
„Wir rechnen im zweiten Quartal 2026 mit dem Vertriebsstart des ‚UST XXVII‘. Der Fonds ist ähnlich konzipiert wie der ‚UST XXVI‘, das heißt, der Firmeneigentümer investiert gemeinsam mit den Anlegern den Fonds in die Immobilien, und zwar signifikant mit einem Anteil von mindestens elf Prozent. Es sind auch deutlich höhere Beteiligungen von Herrn Estein [Gesellschafter der US Treuhand Verwaltungsgesellschaft] angedacht. Schwerpunkt sollen Class-A-Büroimmobilien mit hoher Energieeffizienz sein in dynamischen Wachstumsregionen (also nicht New York, Chicago oder San Francisco; diese Metropolregionen wachsen kaum noch)“, kündigt Volker Arndt an.
„Das erste Quartal 2026 war für uns in erster Linie eine Phase der gezielten Marktvorbereitung, der Vertriebsaktivierung und der klaren Positionierung unseres ‚WIDe Fonds 10‘. Insofern war das erste Quartal weniger von einer breiten Platzierungsdynamik geprägt, sondern von dem bewussten Aufbau einer tragfähigen Basis im Vertrieb“, sagt Dieter Lahner: „Mit diesem Verlauf sind wir zufrieden, da wir bewusst nicht auf kurzfristige Geschwindigkeit, sondern auf nachhaltige Qualität im Vertrieb setzen. Seit März haben wir die Aktivitäten deutlich intensiviert – unter anderem durch zusätzliche Partnerformate sowie gezielte vertriebsunterstützende Maßnahmen, um die Platzierung im aktuellen Marktumfeld weiter zu stärken. Für uns steht dabei die Qualität der Platzierung klar vor reiner Geschwindigkeit.“
Dieter Lahner ergänzt: „Unser Fokus liegt in den kommenden Monaten klar auf dem weiteren Vertrieb und der Umsetzung des ‚WIDe Fonds 10‘. Der Fonds ist strukturell auf ein maximales Kommanditkapital von 50 Millionen Euro ausgelegt. Vor dem Hintergrund des aktuellen Marktumfelds sehen wir jedoch eine Platzierungsgröße im Bereich von 15 bis 20 Millionen Euro als realistisch und zugleich ambitioniert an – bei anhaltend berechenbaren Marktbedingungen.Zur Unterstützung der Platzierung haben wir für einen begrenzten Zeitraum zusätzliche Anreize im Vertrieb implementiert, um insbesondere in der aktuellen Marktphase eine hohe Aktivität bei unseren Partnern zu erreichen.“ Und: „Parallel zu unseren steigenden Vertriebsaktivitäten bauen wir unsere organisatorischen und personellen Strukturen gezielt weiter aus. Ziel ist es, unseren Vertriebspartnern auch bei wachsender Nachfrage jederzeit eine hohe Servicequalität, schnelle Reaktionszeiten und verlässliche Unterstützung im Tagesgeschäft zu gewährleisten.“
„Zum Jahreswechsel haben wir den ‚HTB 14‘ planmäßig geschlossen und sind nahtlos in die Platzierung des ‚HTB 15‘ übergegangen. Parallel arbeiten wir bereits an unserem neuen Spezial-AIF ‚HTB 16‘, der eine Besonderheit mitbringen wird: Erstmals sollen Anteile an offenen Immobilienfonds erworben werden“, berichtet Simon Wiesmann, Leiter Portfoliomanagement bei der HTB Hanseatische Fondshaus GmbH: „Die allgemeine Verunsicherung am Markt ist real, schmälert aber unsere Zufriedenheit mit dem Quartalsverlauf nicht.“
Thema 4: Fast jeden Tag hat die Welt um uns herum politische und wirtschaftliche Überraschungen parat. Das hat auch Effekte auf die Kapitalmärkte und das Anlegerverhalten. EXXECNEWS fragte Emittenten nach ihren Erwartungen auf ihre jeweilige Assetklasse.
„Bis zum Ausbruch des Konflikts im Iran waren wir optimistisch. Der Immobilienmarkt zeigte Anzeichen einer Erholung und hatte sich nach den turbulenten Jahren 2022 bis 2024 auf einem neuen Preis- und Zinsniveau stabilisiert. Nun ist fraglich, ob unsere optimistische Prognose für dieses Jahr hält“, fragt sich Sven Mückenheim. Aber er sagt auch: „Etwas anders sieht es im Energiesektor aus. Der aktuelle Konflikt im Iran beschleunigt den Ausbau Erneuerbarer Energien, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern. Vor allem der Windenergie kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Sie stellt bereits heute den größten Beitrag zur erneuerbaren Stromerzeugung und bildet die tragende Säule für das Erreichen der Ausbauziele. Bis zum Jahr 2030 ist für die Windenergie an Land eine installierte Leistung von rund 115 Gigawatt (GW) vorgesehen. Bis dato verfügbar ist eine installierte Leistung von rund 68 GW. Entsprechend groß ist das weitere Potenzial.“
„Wir sehen der Entwicklung unserer Assetklasse trotz bestehender Herausforderungen weiterhin positiv entgegen, gestützt durch zunehmend erkennbare positive Signale“, sagt Fabian Spindler und zeigt sich optimistisch: „Der Markt für europäische, vermietete Immobilienobjekte zeigt stabile Fundamentaldaten und attraktive Wachstumspotenziale, die durch eine weiterhin hohe Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Immobilien gestützt werden. Insbesondere in gefragten urbanen Regionen bleiben Mietobjekte ein zentraler Bestandteil des wirtschaftlichen und privaten Lebens, was für unsere Strategie große Chancen bietet. Aufgrund von Liquiditätsproblemen kommen hochwertige Immobilien auf einem deutlich niedrigen Preisniveau auf den Markt, die zuvor nicht angeboten wurden. Mit einer gewachsenen Präsenz vor Ort und einem guten Netzwerk können wir solche Gelegenheiten weiterhin gezielt nutzen.“
Durchaus positiv blickt Jörg Busboom auf die kommenden Monate: „Wir spüren eine steigende Nachfrage ganz unabhängig von anderen Kapitalmarktbewegungen. Das stimmt uns intern optimistisch, mit Blick auf das Wettbewerbsfeld sorgt uns der laut Scope zu verzeichnende Einbruch bei AIF in Form ausbleibender Zeichnungen und kaum Neuemissionen (so hat die BaFin im ersten Quartal 2026 gerade einen einzigen AIF neu zugelassen)“.
„Der Private‑Equity‑Markt wies zu Beginn des Jahres noch eine zunehmende Dynamik auf, die durch den Beginn des Irankriegs gebremst wurde. Wie das Ende aussieht und welche langfristigen Folgen der Konflikt hat, sind ungeklärte Fragen, die eine kurzfristige Prognose erschweren“, meint Nico Auel: „Die verschiedenen Private-Equity-Segmente sind aktuell unterschiedlich von dieser Unsicherheit betroffen. Wir erwarten, dass die Transaktionen zuerst in den kleineren Segmenten wieder an Fahrt gewinnen, wo die Wertsteigerung durch sogenannte Value Creation erreicht wird und zudem die Abhängigkeit von Fremdkapital und dessen Kosten geringer sind.“
„Investments in Erneuerbare Energien bleiben eine relevante Assetklasse. Eine der Stärken unserer Unternehmensstrategie ist die Diversifikation unserer Investments sowohl geografisch über Deutschland, Finnland und Kanada als auch technologisch über Windenergie-, Photovoltaik- und Wasserkraftanlagen sowie verstärkt auch im Bereich der Speichertechnologien“, sagt Sven Jessen trotz der geopolitischen Verwerfungen. „In Finnland hat das Thema Wasserstoff zunehmend Bedeutung bekommen. Aktuell sondieren wir zudem neue europäische Märkte. Spanien ist beispielsweise durch seine hohe Zahl an Sonnenstunden sowie durch ein investorenfreundliches Umfeld außerordentlich attraktiv für Erneuerbare-Energien-Investments, insbesondere im Solarbereich. Auch in Südostasien sehen wir Potenzial. Diese hohe Diversifikation kommt auch unseren Investoren zugute und diese Strategie wollen wir auch weiterhin verfolgen – als Asset Manager und als Projektentwickler von Erneuerbaren Energien.“
Auch Oliver Lang zeigt sich optimistisch hinsichtlich der weiteren Entwicklung seiner Assetklasse: „Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen zeigen deutlich, wie anfällig und abhängig fossile Energiesysteme sind. Vor diesem Hintergrund sehen wir unsere Ausrichtung auf Erneuerbare Energien als klar bestätigt. Insbesondere die Kombination aus Solarenergie und Batteriespeichern gewinnt weiter an Bedeutung, um Stromversorgung flexibler und netzdienlicher zu gestalten.“
„Wir erwarten einen ordentlichen Start der Platzierung und hoffen, dass die politischen Differenzen zwischen Deutschland und den USA sich abschwächen“, sagt Volker Arndt.
„Für Wohnimmobilien, insbesondere im Bereich der Bestandsmehrfamilienhäuser, erwarten wir in den kommenden Monaten ein weiterhin konstruktives Umfeld. Der strukturelle Wohnungsmangel bleibt hoch, während das Zinsumfeld wieder besser kalkulierbar ist“, meint Dieter Lahner: „Gerade im Bestand sehen wir aktuell eine sehr attraktive Konstellation: laufende Cashflows, keine Fertigstellungsrisiken und gleichzeitig wieder realistische Einstiegsmöglichkeiten.“
Die fragile geopolitische Lage wirke sich weniger auf seine Assetklasse aus, meint Paschalis Christodoulidis: „Das Umfeld für Investments in versorgungsorientierte Handelsimmobilien hat sich trotz der gesamtwirtschaftlichen Turbulenzen nicht grundlegend verändert. Die Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs bleibt konstant, die Mietvertragsstrukturen bieten einen integrierten Inflationsschutz, und die Renditen im Fachmarktsegment bewegen sich weiterhin auf einem stabilen Niveau. Für sicherheits- und renditeorientierte Anleger bleibt diese Assetklasse damit das, was sie seit Jahren ist: ein verlässlicher Stabilitätsanker.“
Auch Radja Reichert sieht Handelsimmobilien als stabile Assetklasse: „Wir erwarten für den Bereich der Nahversorgungsimmobilien eine weiterhin stabile bis leicht positive Entwicklung. Nach der Marktanpassung der letzten Jahre sehen wir aktuell ein attraktives Einstiegsniveau, insbesondere bei lebensmittelgeankerten Standorten mit langfristigen Mietverträgen. Gleichzeitig bleibt das Angebot aufgrund hoher Baukosten und zurückhaltender Projektentwicklungen begrenzt, was bestehende Objekte zusätzlich stärkt.“
Simon Wiesmann sagt: „Die erwarteten Zinssteigerungen dürften die Kurse am Zweitmarkt tendenziell weiter unter Druck setzen. Für uns als Ankäufer bedeutet das eine attraktive Einstiegsphase mit guten Einkaufskonditionen. Wir sehen das gegenwärtige Marktumfeld daher als Chance und blicken für die kommenden Monate optimistisch auf unsere Assetklasse.“
Thema 5: ELTIFs können als Ergänzung oder als Konkurrenz zu AIF gesehen werden. Die Meinungen der Vertriebsgesellschaften gingen bereits bei ihrer Markteinschätzung auseinander. EXXECNEWS fragte bei ihnen nach, was für und was gegen ELTIFs spräche.
„Die BCA-Gruppe bietet ELTIFs von Produktpartnern über Plattformen wie beispielsweise die Fondsdepot Bank an. Wir hoffen, dass sich künftig möglichst alle Plattformen dem Thema umfassend annehmen“, sagt Dr. Frank Ulbricht: „Wir stellen Vermittlern eine kuratierte Produktauswahl zur Verfügung und konzentrieren uns auf den Vertrieb im Rahmen der Anlageberatung. ELTIFs sind komplexe, langfristige Produkte. Demzufolge bieten wir Vermittler durch Schulungen und technische Lösungen (unter anderem Geeignetheitsprüfung, Dokumentation) Unterstützung. Zudem erhalten Anleger Prospekte und Pflichtunterlagen vor Vertragsabschluss in Schriftform. Die Geeignetheitsprüfung übernimmt der jeweilige Berater. Berücksichtigt werden Kenntnisse, Erfahrung, Risikotragfähigkeit, Anlagehorizont sowie ESG- und ethische Präferenzen. Allgemein formulierte Anlageziele im Prospekt – wie beispielsweise der Ausschluss von Rüstung oder Atomkraft – werden im Beratungsgespräch konkret eingeordnet.“
Sein Unternehmen biete aktuell keine ELTIFs an, erklärt Andreas Schilling: „Im Sachwertesegment sind viele ELTIF noch im Aufbau begriffen und aktuell aus unserer Sicht – bis auf wenige Ausnahmen – nicht ausreichend risikodiversifiziert. Die strukturell notwendige hohe Liquiditätsquote sorgt zudem für eine Minderperformance gegenüber anderen Anlageformen. Eine steuerliche Gestaltung im Einkommens- oder Vermögensmanagement ist mit ELTIF – anders als bei AIF und Direktinvestments – nicht möglich, so dass sich hier der Schwerpunkt unserer Vertriebstätigkeit nicht wiederfindet.“
„ELTIFs sind bei uns in die Systemarchitektur der Beratungssoftware smartMSC eingebunden, über die Schnittstelle zur FNZ beziehungsweise Fondsdepotbank entsprechend handelbar und in die Vermögensbilanz der Kunden eingebunden“, sagt Alexander Lehmann. „Am Markt gewinnen ELTIFs seit der Reform zu den ELTIF 2.0 im Jahr 2024 aufgrund der größeren Flexibilität nach der Zeichnungsphase langsam an Bedeutung. Bei den Maklern der FondsKonzept AG ist die Nachfrage allerdings noch sehr zurückhaltend“, räumt Alexander Lehmann ein. Zur praktischen Umsetzung ergänzt er: „Die Geeignetheitsprüfung nach MIFID II und WpHG ist systemseitig im smartMSC angelegt und wird von den Maklern bei der Vermittlung und Beratung von AIF und ELTIFs entsprechend den gesetzlichen Vorgaben umgesetzt. Sie beinhaltet die umfassende Prüfung der kundenseitigen Kenntnisse und Erfahrungen in diesen Anlageklassen, der finanziellen Verhältnisse sowie von Anlagezielen und Risikobereitschaft und die damit verbundene Beratungsdokumentation.“
„Aus unserer Sicht überzeugt das Gesamtpaket der ELTIFs derzeit nicht“, sagt Axel Hermann deutlich: „Das beginnt bereits bei der Struktur: Die oft langen und gleichzeitig durch neue Regelungen ‚aufgeweichten‘ Laufzeiten führen zu Zielkonflikten. Insbesondere die seit 2024 möglichen Evergreen-Strukturen erfordern ein aktives Liquiditätsmanagement – und das bedeutet, dass Kapital vorgehalten werden muss, das nicht investiert ist. Das geht zulasten der Rendite.“
„Auch die Bewertungssystematik sehen wir kritisch“, sagt Axel Hermann: „Gerade in Situationen, in denen kurzfristig Liquidität benötigt wird, können Bewertungen deutlich von der tatsächlichen Marktrealität abweichen. Hinzu kommt der Portfolioansatz: ELTIFs bündeln zahlreiche Assets in einem großen Fondsvehikel, oft mit Volumina von mehreren hundert Millionen Euro. Für viele unserer Kunden passt das nicht zum Anlageziel. Sie schätzen gezielte, konkrete Investments, mit denen sie ihr Portfolio bewusst ergänzen können – nicht breit gestreute Sammelstrukturen ohne direkten Objektbezug. Zusätzlich ist die Vergütungsstruktur im Vertrieb häufig wenig attraktiv. In Summe sehen wir daher aktuell keinen überzeugenden Mehrwert gegenüber etablierten Sachwertinvestments“, fasst Axel Hermann zusammen: „ELTIFs mögen für bestimmte Vertriebswege interessant sein, entsprechen jedoch nicht unserem Verständnis von klar strukturierten, renditeorientierten und transparenten Beteiligungsmodellen.“
Auch Felix Knaak spricht sich gegen ELTIFs aus: „Aus unserer Sicht sind ELTIFs sehr komplexe und beratungsintensive Produkte mit hohen Anforderungen an Produktprüfung, Dokumentation und Schulung. Hinzu kommen noch ungeklärte praktische Fragen der Abwicklung sowie eine eingeschränkte Vergleichbarkeit der Produkte – etwa bei Kosten, Rückgaberechten und Liquiditätsmechanismen“, sagt Felix Knaak: „Erschwerend kommt hinzu, dass viele ELTIFs nur sehr allgemein definierte Anlagegegenstände haben, was es für Anleger und Berater gleichermaßen schwierig macht, Risiken, Investitionsschwerpunkte und individuelle Präferenzen klar und nachvollziehbar einzuordnen. Solange bei ELTIFs keine klareren Standards und eine praktikable Abwicklung bestehen, sehen wir ELTIFs eher als ergänzendes Nischenprodukt und nicht als Ersatz für etablierte geschlossene Publikums AIF.“
Thema 6: Die Einschätzung des individuellen Beraters hinsichtlich eines Produktes, beispielsweise eines bestimmten ELTIFs, kann möglicherweise von der Auswahl der Vertriebsgesellschaft abweichen. Wie frei kann der Berater selbstständig Produkte auswählen, auch wenn er an einem Pool gebunden ist, wollte EXXECNEWS wissen.
„FondsKonzept setzt seit über 25 Jahren Maßstäbe in der volldigitalen Architektur für die Administration von Finanzdienstleistungen. Gleiches gilt für die eigene finanzielle Stabilität und das stetige Wachstum unabhängig von Produktgebern oder Finanzinvestoren. Diese Unabhängigkeit ist Teil der Gründungs-DNA und nicht verhandelbar. FondsKonzept ist ausschließlich den Maklern verpflichtet, die als Aktionäre auch Teilhaber der Konzernmuttergesellschaft FondsKonzept AG sein können. Insofern gibt es keine Vorauswahl von Produkten, keine Empfehlungslisten und damit auch keine Bindung. Ein Haftungsdach bieten wir – im Gegensatz zu Österreich – in Deutschland noch nicht an“, sagt Alexander Lehmann.
„Grundsätzlich dürfen Berater in der Produktgruppe ELTIFs alle Produkte anbieten, die auf der jeweiligen Plattform für den Vertrieb freigegeben sind. Innerhalb eines Haftungsdachs darf ein Vermittler generell kein ‚ungeprüftes‘ Produkt vermitteln. Das wäre rechtlich problematisch. Sofern ein Tied Agent ein ‚ungeprüftes Produkt‘ vermitteln würde, dann verlässt der Vermittler faktisch den Schutzbereich des Haftungsdachs“, stellt Dr. Frank Ulbricht klar.
Der Beitrag ist zuerst in EXXECNEWS Ausgabe 09-2026 erschienen.
Beachten Sie auch das Interview mit Dr. Sebastian Grabmaier, Vorstandsvorsitzender der Jung, DMS & Cie., München.