Offene Immobilien-Publikumsfonds setzen zunehmend auf Wohnimmobilien

Michael Schneider
Michael Schneider

Der Wohnimmobilienanteil in den Portfolios offener Immobilienfonds ist in den vergangenen Jahren moderat angestiegen und lag per 30. Juni 2020 gemessen an der Nettosollmiete bei 2,1 Prozent. Zur Jahresmitte 2019 waren es 1,1 Prozent und ein weiteres Jahr davor 1,0 Prozent (30. Juni 2018). Dies zeigen Zahlen des deutschen Fondsverbands BVI. Die BVI-Statistiken zeigen aber auch, dass der durchschnittliche Wohnanteil insgesamt immer noch relativ gering ist. Die großen Nutzungsarten „Büro/Praxis“ und „Handel/Gastronomie“ erreichen dagegen laut BVI 54,1 Prozent beziehungsweise 25,1 Prozent.

Michael Schneider, Geschäftsführer der Intreal, kommentiert: „Bis zur Finanzkrise 2008 gab es praktisch keine Wohnungen in offenen Immobilien-Publikumsfonds. Seitdem wurden einige wenige auf Wohnimmobilien spezialisierte Produkte aufgelegt. Zu nennen sind hier vor allem der ,Fokus Wohnen Deutschland‘ von Industria Wohnen, der ,UniImmo Wohnen ZBI‘ von Union Investment und der ,Wertgrund WohnSelect D‘ von Wertgrund.“

Aber auch andere, jüngere Fonds haben vergleichsweise große Wohnanteile, wie beispielsweise der „Grundbesitz Fokus Deutschland“ mit einem Wohnanteil von rund 27 Prozent oder der „Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working“ mit einem Wohnanteil von 16 Prozent.

„Ich erwarte, dass der der Wohnanteil in den Fonds künftig deutlich ansteigen wird. Die Spezialfonds, die den Publikumsfonds in der Regel bei vielen Entwicklungen voraus sind, zeigen wohin die Reise geht: Hier ist der Trend zu mehr Wohnen sehr viel klarer ausgeprägt. Lag der Wohnanteil 2014 noch bei sechs Prozent, waren es 2019 starke 35 Prozent.  Das große Ausmaß dieses Anstiegs wird noch deutlicher, wenn man das Marktwachstum in dieser Zeit berücksichtigt: Während das Nettofondsvermögen aller Spezialfonds Ende 2014 noch bei 47,1 Milliarden Euro lag, waren es Ende 2019 rund 104 Milliarden Euro“, so Schneider

Die Corona-Krise werde laut Intreal die Veränderung des Investitionsverhaltens bei Publikumsfonds beschleunigen. Schneider: „Wohnimmobilien haben in der Krise erneut ihre Konjunkturunabhängigkeit und Krisenresilienz unter Beweis gestellt. Das ist genau das, was Privatanleger, die Zielgruppe der Publikumsfonds, suchen. Gleichzeitig sind andere Nutzungsarten, in die die Fonds traditionell auch investieren – vor allem Hotel und Non-Food-Einzelhandel – nicht mehr so gefragt.“ (DFPA/JF1)

Michael Schneider ist Geschäftsführer der INTREAL International Real Estate Kapitalverwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Hamburg. Die 2009 gegründete Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft bietet Asset Managern, Vermögensverwaltern, Projektentwicklern und Bestandshaltern die Auflage und Administration von KAGB-regulierten Immobilienfonds an.

www.intreal.de

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