Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) rechnet angesichts weiter steigender Staatsschulden in den Industrieländern mit veränderten Rahmenbedingungen für Anleger. Inflation, Zinsen, Realrenditen und die Rolle von Staatsanleihen dürften nach Einschätzung der Bank künftig stärker in strategische Anlageentscheidungen einfließen. Dabei könnten Aktien und andere Sachwerte an Bedeutung gewinnen.
apoBank-Chefinvestmentstratege Reinhard Pfingsten hält radikale Wege zum Abbau hoher Staatsschulden wie harte Sparprogramme, Hyperinflation oder Staatsinsolvenzen für wenig wahrscheinlich. Eher sei mit einem länger anhaltenden Umfeld zu rechnen, in dem die Schuldenquoten durch nominales Wirtschaftswachstum, etwas höhere Inflation und vergleichsweise niedrige Zinsen tragbar gehalten würden. Besonders die USA verfügten mit dem US-Dollar als Leitwährung über einen wichtigen Vorteil, dessen langfristige Stabilität jedoch nicht garantiert sei.
Für Anleger werde damit die Unterscheidung zwischen nominalen und realen Renditen wichtiger. In einem Umfeld hoher Verschuldung und niedriger Realzinsen könnten reale Vermögenswerte wie Aktien, Gold und Immobilien helfen, die Kaufkraft langfristig zu erhalten. Besonders Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen, robusten Bilanzen und hoher Preissetzungsmacht seien aus Sicht der Bank vergleichsweise gut positioniert, um steigende Kosten und Preise aufzufangen.
Anleihen blieben trotz der Risiken ein wichtiger Bestandteil breit aufgestellter Portfolios, betont die apoBank. Sie böten laufende Erträge, Liquidität und Stabilität und seien wegen der großen und liquiden Staatsanleihemärkte für das globale Finanzsystem von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig sei eine breite Streuung über Laufzeiten, Emittenten und Bonitätsklassen wichtig; auch Unternehmensanleihen und inflationsindexierte Anleihen könnten dabei eine Rolle spielen.
„Für langfristig orientierte Anleger ist in einem Umfeld hoher Staatsschulden nicht die Vermeidung jeder Schwankung entscheidend, sondern eine robuste Struktur für Kaufkrafterhalt“, sagte Pfingsten. Eine Mischung aus Aktien, weiteren Sachwerten und Anleihen bleibe aus Sicht der Bank der beste Schutz vor Unsicherheit und Kaufkraftverlust. (DFPA/abg)
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Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (Apobank) ist eine Genossenschaftsbank mit Sitz in Düsseldorf. Tätigkeitsschwerpunkt des 1902 gegründeten Unternehmens ist die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Angehörigen der akademischen Heilberufe sowie ihrer Standesorganisationen und Berufsverbände.