BaFin warnt vor Verbraucherrisiken bei dynamischen Hybridprodukten
Die Finanzaufsicht BaFin sieht bei dynamischen Hybridprodukten der Lebensversicherer weiterhin erhebliche Verbraucherrisiken. Eine aktuelle Untersuchung bei zehn Anbietern habe gezeigt, dass viele Versicherer die mit diesen Produkten verbundenen Risiken noch nicht ausreichend in ihren Produktprozessen berücksichtigen.
Dynamische Hybridprodukte verbinden klassische Lebensversicherungen mit Zinsgarantie und fondsgebundene Komponenten. Zwar versprechen sie Sicherheit und Renditechancen, bergen aber unter anderem das sogenannte Cash-Lock-Risiko: Bei Kurseinbrüchen erfolgt eine Umschichtung in den sicheren Vertragsteil, wodurch Kunden an späteren Erholungen nur begrenzt teilhaben können.
Laut BaFin fehlt es oft an systematischer Analyse der Transaktionskosten und langfristigen Auswirkungen auf den übrigen Vertragsbestand. Zudem würden die Umschichtungsalgorithmen nicht ausreichend in die Produktfreigabeprozesse integriert. Die Aufsicht kündigte an, diese Schwachstellen bei künftigen Prüfungen stärker in den Fokus zu nehmen. (DFPA/abg)
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Bonn und Frankfurt am Main. Sie vereinigt die Aufsicht über Banken und Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel unter einem Dach. Ihr Hauptziel ist es, ein funktionsfähiges, stabiles und integres deutsches Finanzsystem zu gewährleisten.