Der Preiswettbewerb in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist ungebrochen – und er wird schärfer. Tarife werden aggressiver kalkuliert denn je, die Durchschnittsprämien teils um mehr als 40 Prozent unterschritten. Gleichzeitig reduzieren immer mehr Versicherer die Abfragezeiträume in der Risikoprüfung, weil der Bedingungswettbewerb kaum noch Differenzierungspotenzial bietet. Vor diesem Hintergrund kommt der Frage nach der langfristigen Stabilität der Anbieter besondere Bedeutung zu, so merkt die Ratingagentur Franke und Bornberg an.
Das BU-Stabilitätsrating 2026 im „Map-Report Nr. 943“ zeige, wer auch in fünf oder zehn Jahren noch verlässlich zu seinen Leistungsversprechen stehen kann – und wer irgendwann mit einem Run-off, also der Abwicklung bestehender Verträge ohne Neugeschäft, liebäugeln könnte.
Die 1.850 erreichbaren Punkte verteilen sich auf vier Bereiche: Prämien (500), kalkulatorische Risiken (450), Stabilität (500) und Finanzstärke (400).
Nürnberger, HDI und Ergo Vorsorge erreichen die Bestnote „FFF+“ (hervorragend). Stuttgarter und Generali folgen mit „FFF“ (sehr gut). Unter den Anbietern mit Map-Bewertung liegt die Continentale mit 85,5 Prozent vorn, gefolgt von der LV 1871 mit 83,4 Prozent, der Allianz mit 82,2 Prozent, HUK-Coburg mit 81,4 Prozent und der Debeka mit 80,9 Prozent.
Hinter der Spitzengruppe folgt ein dichtes Mittelfeld. Zwischen 79,9 und 71,1 Prozent rangieren 23 Gesellschaften, darunter Cosmos, Bayern-Versicherung, Provinzial, Hannoversche, VRK, Axa, Volkswohl Bund, Württembergische, Swiss Life sowie R+V. Dort entscheiden oft wenige Punkte in einem einzigen Teilbereich über mehrere Plätze. Für die DEVK Eisenbahn, Europa und InterRisk sei eine höhere Bewertung wegen des teils sehr kleinen BU-Bestands nicht möglich. (DFPA/mb)
Die Franke und Bornberg GmbH in Hannover analysiert und bewertet seit 1994 Versicherungsprodukte und -unternehmen.