Cyber-Versicherung: Markt verbessert sich deutlich

Ein aktuelles Rating zur gewerblichen Cyber-Versicherung hat nach Angaben des Analysehauses Franke und Bornberg eine spürbaren Qualitätssteigerung am Markt gezeigt. Erstmals erreicht ein Tarif die Bestnote. Gleichzeitig bleiben erhebliche Deckungslücken bestehen.

Cyberangriffe auf Unternehmen gehören nach Einschätzung von Experten längst zum Alltag. Jedes vierte bis fünfte mittelständische Unternehmen in Deutschland war in den vergangenen Jahren betroffen. Der Schaden für die Wirtschaft wird auf mehr als 250 Milliarden Euro jährlich geschätzt, der überwiegende Teil davon durch digitale Angriffe.

Vor diesem Hintergrund hat das Analysehaus Franke und Bornberg sein aktuelles Rating zur gewerblichen Cyber-Versicherung veröffentlicht. Bewertet wurden 201 Tarife von 27 Versicherern. Erstmals seit Einführung des Ratings im Jahr 2018 erreicht ein Produkt die Höchstnote FFF+ (hervorragend). Insgesamt zeigen sich deutliche Qualitätsfortschritte im Markt.

Gleichzeitig bleibt das Niveau heterogen: Ein erheblicher Teil der Tarife liegt weiterhin nur im Mittelfeld, rund ein Drittel erreicht maximal die Bewertung „befriedigend“. Besonders die Absicherung von Betriebsunterbrechungen, Drittschäden und technischen Störungen weist nach wie vor Schwächen auf.

Nach Angaben von Franke und Bornberg hat sich der Markt seit dem ersten Rating deutlich entwickelt. Während 2018 noch 34 Tarife untersucht wurden und kein Produkt die Spitzennote erreichte, hat sich die Zahl der Angebote vervielfacht und die Qualität in zentralen Leistungsbereichen verbessert.

Die erstmals erreichte Höchstbewertung geht an einen Tarif aus dem Provinzial-Konzern. Damit rückt erstmals ein öffentlich-rechtlicher Versicherer an die Spitze des Ratings im gewerblichen Cyber-Segment.

Trotz der Fortschritte warnen die Analysten vor einer weiterhin unzureichenden Absicherung vieler Unternehmen. Häufig würden Deckungslücken erst im Schadenfall sichtbar, insbesondere bei Cloud-Ausfällen, immateriellen Schäden oder Einschränkungen durch strenge Obliegenheitsregelungen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weisen seit längerem auf eine angespannte Cyber-Lage hin. Parallel wächst der Markt für Cyberversicherungen weiter, die Beitragseinnahmen stiegen zuletzt deutlich.

Franke und Bornberg betont, dass das Rating selbst zur Marktentwicklung beigetragen habe. Die systematische Bewertung habe Anbieter dazu bewegt, Leistungen zu präzisieren und Deckungslücken zu schließen. Dennoch bleibe die Auswahl des passenden Tarifs für Unternehmen komplex und risikobehaftet. (DFPA/abg)

Das vollständige Rating auf Tarifebene sowie die Bewertungsrichtlinien finden Sie hier.

Die Franke und Bornberg GmbH in Hannover analysiert und bewertet seit 1994 Versicherungsprodukte und -unternehmen.

www.franke-bornberg.de

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