DIA widerspricht Verivox: „Altersvorsorgedepot wird systematisch schlecht gerechnet“
Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat Berechnungen des Vergleichsportals Verivox zum geplanten Altersvorsorgedepot scharf kritisiert. Die Aussage, Gebühren könnten die staatliche Förderung vollständig aufzehren, beruhe auf „methodischen Fehlannahmen“ und sei nicht belastbar.
Laut DIA lasse die Analyse zentrale Faktoren unberücksichtigt. So werde ein gefördertes Vorsorgedepot mit Kosten von bis zu einem Prozent einem angeblich kostenfreien ETF-Depot gegenübergestellt. In der Praxis fielen jedoch auch bei ETFs laufende Gebühren an. „Ein kostenfreies Depot existiert nicht“, erklärte DIA-Sprecher Peter Schwark. Die Darstellung führe zu einer künstlich überhöhten Kostendifferenz.
Besonders kritisch bewertet das Institut die fehlende Berücksichtigung steuerlicher Effekte. Während Erträge aus ungeförderten ETF-Anlagen der Abgeltungsteuer unterliegen, würden die steuerlichen Vorteile des Altersvorsorgedepots in der Rechnung ausgeblendet. Dazu zählen unter anderem die steuerliche Abzugsfähigkeit von Beiträgen sowie mögliche Vorteile bei der Besteuerung im Ruhestand.
Nach Einschätzung des DIA kann die Steuerbelastung die Rendite eines ETF-Depots deutlich mindern. Gleichzeitig wirke sich der sogenannte Progressionseffekt positiv auf geförderte Produkte aus, da Einzahlungen häufig zu höheren Steuersätzen erfolgen als spätere Auszahlungen.
Unter Einbeziehung realistischer Kosten und steuerlicher Rahmenbedingungen komme man zu einem anderen Ergebnis, so das Institut. Die staatliche Förderung überwiege demnach mögliche Kostennachteile.
Das DIA warnt vor verkürzten Vergleichsrechnungen, die Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Altersvorsorge in die Irre führen könnten. Eine sachgerechte Bewertung müsse sowohl Kosten als auch Förderung und steuerliche Effekte vollständig berücksichtigen. (DFPA/abg)
Das Deutsche Institut für Altersvorsorge GmbH (DIA) mit Sitz in Frankfurt am Main hat das Ziel, Wissen und Kompetenz der Deutschen auf dem Gebiet der privaten Altersvorsorge zu fördern. Gesellschafter des DIA sind die Deutsche Bank AG, DWS Group, BHW Bausparkasse und die Zurich Gruppe Deutschland.