Gesetzliche Rente: Trügt der Schein?

Das Vertrauen der Deutschen in die gesetzliche Rente ist auf niedrigem Niveau leicht gestiegen. Dies das Ergebnis des Altersvorsorge-Index („DIVAX-AV“) des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) mit Sitz in Frankfurt.

Der Anstieg von minus 2,3 auf plus 1,2 sei zwar gering (der Index kann Werte zwischen minus 100 und plus 100 ausweisen), aber immerhin nach vier halbjährlichen Befragungen (2.000 Bürger) mit negativen Vorzeichen das erste Mal wieder positiv.

Allein der Blick auf die Demografie und die Warnungen sämtlicher Experten aus der Wissenschaft müssten das Gegenteil, nämlich ein deutliches Absinken des Index bewirken. Denn spätestens ab dem Jahr 2031 ist mit einem starken Anstieg des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rente und beziehungsweise oder einem starken Anstieg des Steuerzuschusses zu rechnen. „Es ist eigentlich fast schon egal, ob der Beitragssatz oder der Bundeszuschuss steigt. Denn beides muss gleichermaßen von den Erwerbstätigen und von den Unternehmen bezahlt werden. Die Rechnung wird also hoch“, so Prof. Dr. Michael Heuser, wissenschaftlicher Direktor des DIVA.

Warum ist die Bevölkerung wieder leicht optimistischer beziehungsweise nicht deutlich pessimistischer? „Nun, was die Regierung auf den Weg bringen will, also das Festhalten am Rentenniveau, dem Renteneintrittsalter und der abschlagsfreien Rente sowie der Ausbau der Mütterrente sind positive Nachrichten für alle, die demnächst in Rente gehen oder schon sind. Das wird goutiert“, so Heuser.

Dem leichten Anstieg des Altersvorsorgeindex widersprechen hingegen diametral die Angaben zum Thema Altersarmut. So haben 66 Prozent der Männer und 79 Prozent der Frauen Angst davor, davon einmal betroffen zu sein. Dazu Heuser: „Es scheint so, als würde die Bevölkerung beim Thema Rente den Kopf in den Sand stecken. Denn einerseits wird, wie das Thema Altersarmut zeigt, die Problematik klar erkannt. Auf der anderen Seite wird das „Weiter so“ der Politik positiv gesehen.“

Diese Interpretation stützen die Antworten auf die Frage, wo Reformen ansetzen sollten (bis zu drei Mehrfachnennungen möglich). Eine Absenkung des Rentenniveaus befürworten nur 15,9 Prozent, die Anhebung des Renteneintrittsalters 11,4 Prozent und die Abschaffung der abschlagsfreien Rente 18,1 Prozent. Rund 80 Prozent der Befragten befürworten hingegen eine Anhebung des Bundeszuschusses. Steuerliche Vorteile für die, die länger arbeiten wollen, finden 28,6 Prozent gut.  Geht es darum, wie eine generationengerechte Reform ausgestaltet werden könnte, müssten alle ihren Beitrag leisten. (DFPA/mb)

Das Deutsche Institut für Vermögensbildung und Alterssicherung GmbH (DIVA) versteht sich als Meinungsforschungsinstitut für finanzielle Verbraucherfragen. Als Institut der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) mit Hauptsitz in Paderborn wird es als unabhängige wissenschaftliche Einrichtung geführt.

www.diva.de

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