Der Prüfbericht des Expertenrats für Klimafragen setzt die Bundesregierung unter Druck. Nach Einschätzung des Gremiums reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus, um die deutschen Klimaziele sicher zu erreichen. Damit rückt auch die Frage in den Vordergrund, wie Deutschland mit den Folgen eines wärmer werdenden Klimas umgeht. Darauf verweist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
Der Expertenrat sieht in seinem Bericht vor allem in den Bereichen Gebäude und Verkehr erhebliche Herausforderungen beim Erreichen der Klimaziele. Für die Versicherungswirtschaft ergibt sich daraus eine weitergehende Schlussfolgerung. Wenn Klimaschutz und Anpassung nicht verlässlich vorankommen, steigt der Druck auf Prävention, Risikoreduktion und dauerhaft bezahlbaren Versicherungsschutz.
Gerade die Prävention gegen Naturgefahren sei lückenhaft und werde vielerorts noch nicht konsequent genug umgesetzt. In der Debatte über Klimarisiken gehe es selten darum, ob ein Risiko technisch überhaupt versicherbar ist. Entscheidend sei, ob Versicherungsschutz für die Menschen bezahlbar bleibt. Steigen Schäden immer weiter, steige auch der Druck auf Prämien, Rückversicherung und staatliche Unterstützung.
Versicherung könne finanzielle Folgen abfedern, sie verhindere aber keinen Schaden. Dazu brauche es widerstandsfähigere Gebäude, Rückstausicherungen, mehr Entsiegelung, Rückhalteflächen, besseren kommunalen Hochwasserschutz und eine Planung, die bekannte Risikogebiete nicht weiter verschärft.
Einzelne Maßnahmen reichten nicht aus. Deutschland brauche einen Ansatz, der Prävention, Risikotransparenz, Versicherungsschutz und staatliche Verantwortung verbinde. Dort setze der Vorschlag der Versicherungswirtschaft für „Elementar Re“ an. Das Modell soll die Absicherung gegen Naturgefahren verbreitern und Extremrisiken langfristig tragfähig absichern. (DFPA/mb)
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) mit Sitz in Berlin ist die Dachorganisation der privaten Versicherer in Deutschland.