Einfirmenvermittler blieben auch 2024 der führende Vertriebsweg für Lebensversicherungsprodukte in Deutschland: Nachdem sie 2022 nach langer Zeit wieder zum erfolgreichsten Kanal avanciert waren und ihre Führung 2023 weiter ausgebaut hatten, lagen sie 2024 bei einem Anteil von knapp 35 Prozent und damit ein Prozent unter dem Vorjahr. Während Makler und Mehrfachagenten stabil bei 32 Prozent blieben, konnte der Bankvertrieb mit einen Vertriebsanteil von 26 Prozent (Vorjahr: 24 Prozent) zulegen. Dies sind die Ergebnisse der 26. Studie zur Lebensversicherung, die das Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen WTW für das Jahr 2024 durchgeführt hat.
WTW analysiert hierfür das eingelöste Neugeschäft jedes Lebensversicherers – aufgeteilt auf Produktkategorien und Vertriebswege. „Die Veränderungen der Vertriebswegeanteile am eingelösten Neugeschäft stehen in engem Zusammenhang mit den Einmalbeiträgen. Bei den laufenden Beiträgen fallen die Schwankungen deutlich geringer aus“, sagt Henning Maaß, Director Insurance Management Consulting bei WTW in Deutschland.
2024 betrug das APE1-Neugeschäft aus neu eingelösten Versicherungsscheinen rund sechs Milliarden Euro – ein Plus von 172 Millionen Euro beziehungsweise drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Anstieg resultiere aus positiven Entwicklungen sowohl im Neugeschäft mit Einmalbeiträgen als auch mit laufenden Beiträgen. Während Einmalbeiträge nach einem starken Einbruch 2023 im Jahr 2024 um 906 Millionen Euro zunahmen, wuchs auch das Neugeschäft mit laufenden Beiträgen nochmals um 81 Millionen Euro. Die Zunahme der Einmalbeiträge beschränkt sich jedoch nur auf wenige Versicherer.
Nachdem der Vertriebsweg Banken 2023 beim Einmalbeitragsgeschäft am stärksten verloren hatte, erzielte er 2024 ein Plus von 1,1 Milliarden Euro. Dementsprechend stieg der Vertriebsanteil der Banken bei Einmalbeiträgen besonders dynamisch, von 37 Prozent im Vorjahr auf 41 Prozent im Jahr 2024. Die Einfirmenvermittler konnten im Vertrieb von Einmalbeiträgen erneut zulegen und verkauften 196 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die Makler und Mehrfachagenten verzeichneten hingegen ein Minus von 100 Millionen Euro.
Das Neugeschäft mit laufenden Beiträgen stieg 2024 um zwei Prozent. Dieser Zuwachs sei jedoch vor allem den Maklern und Mehrfachagenten sowie den Banken zu verdanken. Insbesondere haben erstere ihren Anteil zu Lasten der Einfirmenvermittler erhöht.
Seit mehreren Jahren gelingt es allen drei großen Vertriebswegen, den mittleren laufenden Beitrag pro Neuvertrag kontinuierlich zu erhöhen. Im Jahr 2024 erzielten Makler und Mehrfachagenten mit 1.484 Euro den höchsten Durchschnitt (2020: 1.244 Euro). Es folgen die Einfirmenvermittler mit 1.271 Euro (2020: 1.119 Euro) sowie die Banken mit 1.189 Euro (2020: 1.106 Euro). (DFPA/mb)
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