Schlechter Kundennutzen von Riester- und Rürup-Angeboten
Die staatlich geförderten Riester- und Rürup-Renten bieten in ihrer jetzigen Form zu geringe Renditeaussichten. Das ist das zentrale Ergebnis einer neuen Studie der Bürgerbewegung Finanzwende zum Kundennutzen der geförderten privaten Altersvorsorge in Deutschland.
„Viel zu viele Menschen werden mit ihren Riester- und Rürup-Verträgen reale Verluste einfahren”, sagt Britta Langenberg, Leiterin des Bereichs Verbraucherschutz bei Finanzwende. Daran werde auch die geplante Riester-Reform der Bundesregierung wenig ändern – zumindest nicht in der aktuellen Fassung. „Die geförderte private Altersvorsorge in Deutschland hat grundlegende Probleme, das zeigt unsere Studie mehr als deutlich. Die geplante Riester-Reform löst sie nicht.”
Für die Studie hat Finanzwende die Rendite-Erwartungen 37jähriger Musterkunden bei insgesamt 96 Riester- und Rürup-Rentenversicherungen untersucht (Stand der Daten: November 2025). Die zentrale Frage war: Haben die Produkte für Kunden tatsächlich einen Nutzen, sprich: Spielen sie mindestens die Produktkosten und einen langfristigen Inflationsausgleich ein?
Das Ergebnis ist ernüchternd: Knapp zwei Drittel der untersuchten Produkte (65 Prozent) schaffen die Zwei-Prozent-Hürde nicht. Wer einen solchen Vertrag abgeschlossen hat, macht real also Verluste. „Die Latte liegt wirklich nicht besonders hoch – es geht lediglich darum, dass die Kunden kein Geld verlieren”, sagt Moritz Cygan, Finanzwende-Referent für Verbraucherschutz und Autor der Studie. Die Studie steht HIER zum Download zur Verfügung.
Finanzwende fordert bei der geförderten privaten Altersvorsorge einen Systemwechsel – weg vom Dschungel aus zahlreichen Produktvarianten verschiedener Anbieter hin zu einem einzigen kostengünstigen und staatlich organisierten Standardprodukt. Die geplante Riester-Reform sieht nun die Einführung eines Standardprodukts vor, auch ein Kostendeckel ist geplant. „Die Bundesregierung benutzt die richtigen Schlagworte, liefert aber inhaltlich keine Lösungen”, sagt Britta Langenberg. (DFPA/ljh)
Die Bürgerbewegung Finanzwende ist ein überparteilicher Verein mit mehr als 20.000 Mitgliedern. Die unabhängige Interessenvertretung von und für Bürger wurde im Jahr 2018 anlässlich des zehnten Jahrestages der Lehman-Brothers-Pleite gegründet. Als Gegengewicht zur Finanzlobby drängt sie auf stabilere, faire und nachhaltige Finanzmärkte.