Studie: Solvenz deutscher Versicherer bleibt stabil
Die Kapitalausstattung deutscher Versicherer hat sich nach Einschätzung des Analysehauses Franke und Bornberg weiter stabilisiert. Wie aus dem aktuellen map-report hervorgeht, profitieren vor allem Lebensversicherer von der Zinswende und dem weitgehenden Auslaufen der Solvency-II-Übergangsregeln.
Demnach stieg die aufsichtsrechtliche SCR-Quote der Lebensversicherer 2025 im Branchenschnitt auf 409,3 Prozent nach 340,3 Prozent im Vorjahr. Erstmals seit Einführung von Solvency II im Jahr 2016 lag kein Lebensversicherer mehr unter der Mindestbedeckung von 100 Prozent. Die höchsten Quoten erreichten LV 1871, die Stuttgarter und WGV, während Athora, LPV und Neue Leben die niedrigsten Werte aufwiesen.
Auch die privaten Krankenversicherer zeigten sich stabil. Die durchschnittliche Basis-SCR-Quote lag mit 480,2 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau. Spitzenwerte verzeichneten Münchener Verein, UKV und uniVersa. Niedrigere Quoten meldeten ERGO, Ottonova und HanseMerkur.
Erstmals wurden auch Schaden- und Unfallversicherer in die Analyse einbezogen. Deren durchschnittliche Basis-SCR-Quote lag bei 248,8 Prozent und damit deutlich unter den Werten der Personenversicherer. Spitzenreiter waren Württembergische Gemeinde-Versicherung, HUK-Coburg und DEVK Eisenbahn.
Die Solvenzquoten seien jedoch kein direktes Ranking der Sicherheit von Versicherern, betonten die Analysten. Sie spiegelten vielmehr wider, wie hoch die Kapitalpuffer im Verhältnis zu den jeweiligen Geschäftsrisiken seien. Unterschiede zwischen Lebens-, Kranken- und Sachversicherern seien daher nur eingeschränkt vergleichbar. (DFPA/abg)
Den vollständigen Report finden Sie hier.
Die Franke und Bornberg GmbH in Hannover analysiert und bewertet seit 1994 Versicherungsprodukte und -unternehmen.