Umfrage: Nur 29 Prozent halten die gesetzliche Rente für generationengerecht

Die Stabilität eines Rentensystems bemisst sich nicht allein an Beitragssätzen, Rücklagen oder Bundeszuschüssen. Sie hängt ebenso davon ab, ob die Menschen es als gerecht empfinden. Genau hier zeigt sich ein deutliches Spannungsfeld: Nur 29 Prozent der Deutschen haben den Eindruck, dass die gesetzliche Rente die Interessen jüngerer und älterer Generationen gleichermaßen berücksichtigt. Das ergibt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

„Ein Rentensystem kann nur dauerhaft stabil sein, wenn es als fair wahrgenommen wird. Dass derzeit nur weniger als ein Drittel die gesetzliche Rente als generationengerecht empfindet, ist ein klares Signal für Reformbedarf“, sagt Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV. „Die rentenpolitischen Beratungen bieten jetzt die Chance, tragfähige Lösungen zu entwickeln, die den Interessen aller Generationen gerecht werden.“

Vor diesem Hintergrund falle auch der Blick auf die neu eingesetzte Rentenkommission nüchtern aus. Sie soll bis Juni 2026 Vorschläge für eine langfristig tragfähige und generationengerechte Ausgestaltung der Alterssicherung vorlegen. Doch 68 Prozent der Befragten sind gar nicht oder nur wenig zuversichtlich, dass daraus Reformvorschläge hervorgehen, die das Rentensystem langfristig stabilisieren.

Gefragt nach möglichen Ansatzpunkten für mehr Generationengerechtigkeit befürworten 62 Prozent der Befragten eine Ausweitung des Kreises der Beitragszahlenden. Gleichzeitig rangiert eine stärkere Förderung der betrieblichen und privaten Altersvorsorge mit 47 Prozent Befürwortung auf Platz zwei der abgefragten Maßnahmen. Die jüngste Reform des Betriebsrentenstärkungsgesetzes ermöglicht es Unternehmen ohne Tarifbindung, Beschäftigte automatisch in eine Betriebsrente einzubeziehen, sofern sie nicht widersprechen. 52 Prozent der berufstätigen Befragten würden ein solches Angebot annehmen; 27 Prozent sind noch unentschlossen, lediglich zwölf Prozent würden aktiv widersprechen.

Für den GDV sei klar: Die gesetzliche Rente bleibt das Fundament der Alterssicherung. Ihre langfristige Stabilität setze jedoch voraus, dass umlagefinanzierte Leistungen durch eine stärkere kapitalgedeckte Vorsorge ergänzt werden. (DFPA/mb)

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) mit Sitz in Berlin ist die Dachorganisation der privaten Versicherer in Deutschland.

www.gdv.de

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