Abwärtstrend der Bauzinsen setzt sich fort

Während die US-Notenbank Fed die Zinsen um einen Viertelpunkt senkte, hielt die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt Kurs und ließ ihren Leitzins unverändert. Die Bestzinsen für Baufinanzierungen verloren währenddessen weiter an Boden und markierten Tiefstand um Tiefstand. Die EZB entschied auf ihrer jüngsten Zinssitzung Ende Juli, den Leitzins – zumindest vorerst – nicht anzupassen. Gleichzeitig wurde angedeutet, dass tiefere Zinssätze als bisher möglich wären. Derzeit prüft die Zentralbank außerdem den Einsatz weiterer geldpolitischer Maßnahmen, darunter zum Beispiel Staffelzinsen oder ein neues Anleihenkaufprogramm.

„Eine Möglichkeit, die am Markt viel diskutiert wird, ist eine Erhöhung des Strafzinses für Bankeneinlagen“, kommentiert Jörg Haffner, Geschäftsführer von Qualitypool. „Dies könnte bereits auf der nächsten Sitzung im September geschehen. Hintergrund dieser Überlegungen der EZB ist die Inflationsentwicklung, die mit schwachen vorläufigen 1,1 Prozent im August zuletzt überhaupt nicht überzeugen konnte. Hinzu kommen die schwächere Binnenkonjunktur und die immer wieder eskalierenden Handelsstreitigkeiten zwischen USA und China.“

Die Fed bestätigte die Erwartungen und senkte den Leitzins um einen Viertel Prozentpunkt auf eine Spanne zwischen 2,0 und 2,25 Prozent. Fed-Chef Jerome Powell zeigte sich – wie sein europäisches Pendant Mario Draghi − mit der Inflationsentwicklung unzufrieden. Da die US-Wirtschaft momentan besser abschneidet als die Weltwirtschaft, sprach ein Teil der Experten von einem vorsorglichen Zinsschritt der Fed.

Nun spekuliert der Markt bereits über eine weitere Zinssenkung im September. „Dagegen spricht, dass sich der Leitzins ohnehin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau befindet, während die US-Wirtschaft relativ solide Daten liefert“, erläutert Haffner. „Auch der Fed-Chef selbst hat klargestellt, dass die Zinssenkung Anfang August für ihn nicht der Einstieg in eine lange Folge von Zinssenkungen ist. Möglicherweise verspricht sich der Markt – und auch die US-Regierung – hier mehr von der nächsten Zinssitzung als tatsächlich möglich sein wird. Inzwischen beschäftigt den Markt allerdings auch die Abwertung des Yuan, dem die chinesische Notenbank dieses Mal nicht gegengesteuert hat. Entsprechend stieg der Dollarkurs über die kritische Grenze von sieben Yuan pro Dollar. Ein andauernder Währungskonflikt zöge große Risiken für die Weltwirtschaft nach sich.“

Die Bestzinsen für Baufinanzierungen sanken in den vergangenen Wochen weiter. Von 0,71 Prozent Anfang Juli ging es für die zehnjährigen Zinsbindungen weiter abwärts bis auf 0,51 Prozent Anfang August. Die 15-jährigen Zinsbindungen gingen zunächst deutlich weniger stark zurück von 1,04 auf 1,01 Prozent, in den vergangenen Tagen sanken sie weiter auf 0,94 Prozent. Haffner ergänzt: „Der Einbruch der Bauzinsen, den wir seit Juli erleben, zeichnet sich selbstverständlich auch im Anleihenmarkt ab, der der Entwicklung der Bauzinsen immer einen Schritt voraus ist. Zuletzt sorgte die Nachricht für Aufmerksamkeit, dass die skandinavische Nordea-Bank festverzinsliche Anleihen mit 20 Jahren Laufzeit ohne Zinsbelastung anbieten will. Ganz so weit sind wir in Deutschland noch nicht. Wir sehen aktuell laut Bundesbank Hypothekenpfandbriefe mit einer 20-jährigen Laufzeit und einer Verzinsung von 0,50 Prozent. Extrem ist die Entwicklung der 20-jährigen Bundesanleihen, die mit einem höheren Sicherheitsstandard ausgestattet sind, deren Rendite aber in den letzten Tagen teilweise bei minus 0,35 Prozent lag. Ein deutliches Signal dafür, dass die Anleger momentan auf Sicherheit setzen und deshalb in Pfandbriefe, Staatsanleihen und Gold investieren. Wir erleben derzeit eine außergewöhnliche Entwicklung, die natürlich mit großen Zinsvorteilen für Baufinanzierungskunden verbunden ist.“

Quelle: Pressemitteilung Qualitypool

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