Bluebay: "Ab 2021 gilt: Die Inflation ist nicht tot"

Angesichts höher als erwartet ausgefallener Inflationsdaten in den USA sieht Mark Dowding, Chief Investment Officer beim Asset Manager Bluebay, Anzeichen für eine anziehende Preisteuerung. Was zunächst Aktien befeuern dürfte, könnte mittelfristig die Anlegerhoffnungen auf weiter steigende Renditen gefährden: Sollten die Zentralbanken „von ihrer unterstützenden Haltung Abstand nehmen, könnte eine Nachjustierung der Geldpolitik bald zur größten Bedrohung für den breiteren Markt werden“, schreibt Dowding in seinem aktuellen Marktkommentar.

Laut Dowding haben die höher als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten in den vergangenen Tagen zu einem leichten Anstieg der Treasury-Renditen geführt. Durch die Erholung des US-Verbraucherpreisindex im Jahresvergleich um 1,6 Prozent, wurde der jüngste Trend zu abnehmendem Inflationsdruck ins Gegenteil umgekehrt. Dowding: „Eine ganze Reihe von Firmen muss offenkundig trotz geschwächter Konkurrenz auf höhere Betriebskosten mit Preiserhöhungen reagieren, weil einzelne Sparten der Unternehmen um das Überleben kämpfen. Es wäre allerdings sehr überraschend, wenn der Inflationstrend sich rasch weiter verfestigen würde. Harsche Einschränkungen bei der Produktion und die hohe Arbeitslosigkeit dürften Löhne und Gehälter im Zaum halten.“

Anleger sollten laut Dowding jedoch nicht aus dem Blick verlieren, dass die Federal Reserve vor einiger Zeit angekündigt hat, die Inflation für eine gewisse Zeit über dem Zielwert von zwei Prozent zu tolerieren, bevor sie überhaupt beginnt, eine Anhebung der Leitzinsen in Erwägung zu ziehen. Sobald sich im kommenden Jahr 2021 die Produktionslücke zu schließen beginnt, dürfte sich eines deutlich zeigen: Die Inflation ist nicht tot, so Dowding. Zumindest fürs Erste sei ein erhöhter Inflationsdruck allerdings eine gute Nachricht für Aktien. Anleger sollten jedoch die Inflationsraten nicht aus dem Blick lassen und auf der Hut bleiben.

„Insgesamt verlaufen die Sommermonate an den Finanzmärkten recht freundlich und ruhig. Das Fehlen negativer Katalysatoren könnte diesen Status quo noch einige Zeit aufrechterhalten. Unwahrscheinlich erscheint uns jedoch, dass ein derart ruhiges Umfeld bis zum Ende dieses Jahres ununterbrochen anhält. Wie die Vergangenheit zeigt, werden gerade dann, wenn die Bären sich geschlagen geben – wie es jetzt bei der US-Aktienrally der Fall sein könnte –, die Märkte anfälliger. Bullen mögen argumentieren, dass Impfstoffe gegen Covid-19 kurz vor dem Durchbruch stehen – sollte dies jedoch die Zentralbanken dazu veranlassen, von ihrer unterstützenden Haltung Abstand zu nehmen, könnte die Nachjustierung der Geldpolitik bald zur größten Bedrohung für den breiteren Markt werden“, schließt Dowding. (DFPA/JF1)

Quelle: Marktkomment Bluebay

Bluebay Asset Management LLP ist Spezialist für Fixed-Income-Management. Das Unternehmen mit Sitz in London investiert weltweit mehr als 59 Milliarden US-Dollar für institutionelle Anleger und Finanzinstitute über das gesamte Fixed-Income-Spektrum. Bluebay hat Niederlassungen in Großbritannien, der Schweiz, Deutschland, Luxemburg, den USA, Japan und Australien. Bluebay Asset Management befindet sich zu 100 Prozent im Besitz der Royal Bank of Canada und ist Teil von RBC Global Asset Management.

www.bluebay.com

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