Kommentar: Wachwechsel bei Real Assets

Die Corona-Pandemie wirbelt die Verhältnisse auch in der Real-Assets-Welt durcheinander. Galten Investitionen in Erneuerbare Energien lange als staatsabhängig und marktfern, schwingt jetzt das Pendel um: Fast jede Industrie – von Flugzeugbauern über Containerschiffer bis besonders zu den Immobilienfirmen – ruft nach dem Staat und wird von ihm gerettet. Die Erneuerbaren Energien dagegen emanzipieren sich vom Staat und gewinnen am Markt, so heißt es in einem Kommentar von Markus W. Voigt, Geschäftsführer des Investment- und Asset-Managers Aream.

Wenn Fluggesellschaften nur noch fünf Prozent ihrer Flüge abwickeln können, trifft das die Flugzeugbauer und mit etwas Verzögerung die Flugzeugleasinggesellschaften. Wenn der Welthandel schrumpft, treffe das die Schifffahrt und die Containerleasinggesellschaften. Beide Bereiche gehören laut Kommentar zu den liebsten Investitionsobjekten institutioneller Kunden. Ganz oben aber standen in den vergangenen Jahren Immobilieninvestments – und die seien jetzt mit am stärksten betroffen. Für Investoren verschieben sich laut Voigt die Prioritäten.

Gerade Immobilieninvestments, die mit einem hohen Hebel dank günstigen Geldes stark fremdfinanziert seien, gerieten unter Druck. Dies betreffe Shopping-Center, aber auch Hotelinvestments genauso wie Gewerbe- und Wohnimmobilien. Der Mietendeckel sei der erste Schritt, jetzt komme im Zuge der Pandemie-Einschränkung die Mietstundung. Der Markt werde immer weiter ausgehebelt und damit die Berechenbarkeit dieser Investments.

Investments in Wind- oder Solarparks dagegen werden laut Kommentar immer interessanter – und das gerade deshalb, weil sie sich mehr und mehr vom Staat mit seinen Subventionen emanzipierten. Einige Investoren hielten sich mit Anlagen in Erneuerbare Energien zurück, weil sie Angst vor staatlichen Eingriffen hatten. Und ja, natürlich könne der Staat die Bedingungen ändern, unter denen Subventionen gewährt werden. Die Einspeisevergütung stand zur Disposition, ihre Höhe und die Dauer, für die sich noch gezahlt wird. Doch eines zeige sich: Im Vergleich zu den vielen Eingriffen bei Immobilien seien die Vorgaben für die Erneuerbaren Energien gering und werden immer weniger. Bei Immobilien dagegen greife die Regulierung immer stärker und eine Trendwende sei nicht in Sicht. Das fange bei Bauvorschriften an, gehe über strengere Vorgaben bei der Raumnutzung bis hin zu echten Eingriffen in die Vertragsgestaltung zwischen Mieter und Vermieter. Wenn eine Rendite nur noch erzielt werden könne, weil das billige Geld Fremdkapitalaufnahme zu fast null zulässt und deshalb die Kapitalkosten in den vergangenen Jahren stetig sanken, laufe die gesamte Anlageklasse in eine Falle. Auch wenn es noch nicht absehbar sei: Bei steigenden Zinsen seien viele Immobilienprojekte nicht mehr rentabel zu betreiben.

Bei Erneuerbaren dagegen arbeiteten Zeit und Markt für die Anlageklasse: Die Umstellung immer größerer Bereiche der Wirtschaft auf ESG-Konformität sorge für eine gewaltig steigende Nachfrage nach zertifiziertem Ökostrom. Bei einem Angebot, dessen Zuwachs derzeit eher begrenzt sei, ergeben sich laut Kommentar daraus fast sicher Preissteigerungen am Markt – die den Investoren natürlich zugutekommen. (DFPA/mb1)

Quelle: Pressemitteilung Aream

Die Aream GmbH ist ein inhabergeführter, voll integrierter Investment- und Asset-Manager für institutionelle Investoren mit dem Fokus auf Erneuerbare Energien.

www.aream-group.com

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