Neue Bestmarke aufgestellt: Büromärkte trotzen schwächerer Konjunktur

Im ersten Halbjahr 2019 wurden an den acht deutschen Standorten Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig und München knapp 1,98 Millionen Quadratmeter Bürofläche umgesetzt. Damit wurde der Vorjahreswert um rund acht Prozent übertroffen und gleichzeitig ein neuer Umsatzrekord aufgestellt. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE). „Die deutschen Büromärkte präsentieren sich im ersten Halbjahr in bestechender Form und liegen nur knapp unter der Marke von zwei Millionen Quadratmeter Flächenumsatz. Damit wurde ein neues Allzeithoch aufgestellt und das Vorjahresergebnis um acht Prozent übertroffen. Wie gut das Resultat ist, zeigt sich auch daran, dass der zehnjährige Schnitt um stolze 26 Prozent getoppt wurde“, erläutert Riza Demirci, Geschäftsführer bei BNPPRE und Head of National Office Advisory.

Der Gesamtleerstand hat sich laut BNPPRE über alle acht betrachteten Standorte um knapp 16 Prozent verringert und liegt bei knapp 3,88 Millionen Quadratmetern. Dabei haben sich die Leerstände in allen Städten verringert, wenngleich auch mit etwas unterschiedlicher Ausprägung. In München beispielsweise liegt das Volumen mit 468.000 Quadratmetern rund 26 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Leerstandsrate im Gesamtmarkt beläuft sich auf 2,2 Prozent. Nur bezogen auf das Stadtgebiet werden aktuell 1,4 Prozent notiert und damit sogar weniger als in Berlin. In der Hauptstadt gingen die Leerstände um 17 Prozent auf 336.000 Quadratmeter zurück. Damit liegt die Leerstandsrate trotz deutlich gestiegener Bautätigkeit weiterhin bei 1,7 Prozent. Spürbar weniger Leerstände als vor einem Jahr sind auch in Essen mit 112.000 Quadratmetern (minus 31 Prozent) und Leipzig mit 211.000 Quadratmetern (minus 21 Prozent) zu verzeichnen.

Über alle beobachteten Städte sind die Spitzenmieten im Vorjahresvergleich um durchschnittlich rund sechs Prozent gestiegen. Am stärksten zogen sie mit jeweils elf Prozent in Hamburg auf 30 Euro pro Quadratmeter und Köln auf 24,50 Euro pro Quadratmeter an. Damit weisen beide Städte sogar eine höhere Dynamik auf als Berlin, wo sich der Aufwärtstrend ebenfalls fortsetzt. Mit 37 Euro pro Quadratmeter liegt die Höchstmiete in der Hauptstadt knapp neun Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert und nähert sich der 40-Euro-Marke an.

Über alle Standorte betrachtet sind die Durchschnittsmieten in den vergangenen zwölf Monaten um knapp zehn Prozent auf 16,80 Euro pro Quadratmeter gestiegen und damit noch einmal spürbar stärker als die Spitzenmieten. Vor allem Berlin (plus 21 Prozent), Hamburg (plus 20 Prozent) und Köln (plus 20 Prozent) weisen überproportionale Zuwächse auf. Verantwortlich hierfür ist in erster Linie das zu geringe Angebot an großflächigen, modernen Büroflächen in den besonders präferierten zentralen Lagen.

 „Trotz vieler Risiken, wie ein möglicher harter Brexit oder eine Verschärfung des Zollstreits zwischen den USA und China sowie den USA und Europa, deutet momentan alles darauf hin, dass auch im zweiten Halbjahr von einer dynamischen Marktentwicklung und einer weiterhin hohen Nachfrage auszugehen ist. Der Hauptgrund hierfür ist darin zu sehen, dass die Mehrheit der Unternehmen von dem aus heutiger Sicht wahrscheinlichsten Szenario ausgeht, dass es sich bei der aktuell verlangsamten Konjunkturentwicklung nur um eine Wachstumsdelle handelt und das BIP bereits im nächsten Jahr wieder etwas stärker steigen dürfte. Teil dieses Szenarios ist auch, dass die skizzierten Risiken gelöst oder zumindest deutlich verringert werden können. Solange diese Szenario Bestand hat, dürften die deutsche Wirtschaft und vor allem die Dienstleistungsbranche, nur bedingt Korrekturen an ihrem grundsätzlich expansiven Kurs vornehmen. Vor diesem Hintergrund spricht alles für einen auch im Gesamtjahr überproportionalen Flächenumsatz von deutlich über 3,5 Millionen Quadratmeter. Ob erneut die Vier-Millionen-Quadratmeter-Schwelle übertroffen werden kann, bleibt abzuwarten. Deshalb erscheint auch ein weiterer, moderater Leerstandsabbau wahrscheinlich, wenn auch mit deutlich gedrosselter Geschwindigkeit aufgrund der gestiegenen Bautätigkeit. Sicher scheint dagegen, dass die Mieten aufgrund der unverändert angespannten Angebots-und-Nachfrage-Relation weiter anziehen werden“, prognostiziert Demirci. (DFPA/JF1)

Quelle: Pressemitteilung BNPPRE

Das international tätige Immobilienberatungsunternehmen BNP Paribas Real Estate S.A.S. (BNPPRE) ist eine Tochtergesellschaft der französischen Großbank BNP Paribas.

www.realestate.bnpparibas.de

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