Pflegeheime: "Die Renditen sind nicht das Problem"

Die Pflegeheim-Beratung Terranus warnt in ihrem „Pflege Report“ vor den gefährlichen Auswüchsen des Personalmangels in der Pflegebranche. Immer mehr Heime müssten Bewohner abweisen, weil sie die gesetzliche Fachkraftquote nicht erfüllten. Zugleich boomen Zeitarbeits-Firmen, die gezielt Pflegekräfte aus Heimen abwerben und anschließend wieder teuer an sie vermieten.

„Das Problem in der Pflegebranche sind nicht vermeintlich zu hohe Renditen, sondern die dramatische Personalnot“, sagte Terranus-Geschäftsführer Markus Bienentreu. Zugleich warnte er davor, das Thema auf das Schlagwort vom „Fachkräftemangel“ zu verengen. „Wir brauchen nicht nur mehr examinierte Kräfte, sondern müssen alle vorhandenen Personalressourcen besser nutzen. Und wir müssen dringend teure Fehlentwicklungen wie den Boom des Personal-Leasings korrigieren.“

Jedes fünfte Pflegeheim in Deutschland meldete in den vergangenen drei Monaten Aufnahmestopp wegen Personalmangels. In manchen Häusern stehen ganze Etagen leer, vereinzelt mussten Pflegeheime wegen Fachkräftemangels sogar schließen - trotz hoher Nachfrage nach Pflegebetten. Hintergrund ist die gesetzlich vorgeschriebene Fachkraftquote von 50 Prozent. Erfüllt ein Heim die Quote nicht, kann dies zu einem Belegungsstopp oder sogar zur Schließung führen.

Ob diese Fachkraftquote auf Dauer zu halten sein wird, ist laut Bienentreu fraglich. Denn während der Arbeitsmarkt für examinierte Fachkräfte leergefegt ist (2018 gab es auf 100 offene Stellen nur 19 Arbeitssuchende), gibt es bei den sogenannten Pflegehelfern ein deutliches Überangebot: Auf 100 offene Stellen für Pflegehelfer kommen 322 Arbeitssuchende. „Wenn Pflegeheime wegen Personalmangels schließen oder Pflegebedürftige abweisen müssen, steigt der Druck, diese Reserve zu nutzen.“

Die Personalknappheit belastet die Arbeitsbedingungen in vielen Häusern massiv: Angesichts dünner Personaldecken sind Überstunden häufig die Regel und die Erholungszeiten für die Mitarbeiter gering. Dies führt dazu, dass immer mehr Pflegekräfte ihre Festanstellung kündigen und zu Zeitarbeitsfirmen wechseln. „Für die Pflegekräfte ist das lukrativ: Sie werden deutlich besser bezahlt und können sich die Dienste praktisch aussuchen“, so Bienentreu.

Laut einer bpa-Umfrage entstehen den Häusern durch den Einsatz einer Leasing-Kraft Mehrkosten von bis zu 89 Prozent gegenüber einem festantestellten Mitarbeiter. „Bei einer Nettoumsatzrendite für Betreiber von im Durchschnitt drei Prozent können sich die Pflegeheime die teure Zeitarbeit als dauerhafte Lösung gar nicht leisten“, so Bienentreu.

„Wir brauchen dringend ein Gesamtkonzept, um das vielschichtige Thema Personalmangel besser in den Griff zu bekommen“, sagte Bienentreu. Und wenn in der Öffentlichkeit über Renditen gestritten werde und Betreiber dadurch als gierige Geschäftemacher dargestellt werden, gehe das voll am Thema vorbei. (DFPA/TH1)

Quelle: Pressemitteilung Terranus

Die Terranus Real Estate GmbH mit Sitz in Köln gehört zu den führenden Spezialmaklern und Beratungsgesellschaften für Sozialimmobilien in Deutschland. Seit über 20 Jahren berät das Unternehmen Investoren und Betreiber in allen Fragen um den wirtschaftlichen Betrieb von Sozialimmobilien.

www.terranus.de

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